Faktoren wie die kontinuierliche Abwertung des Yen und kurzfristige Wachstumsprogramme der Regierung haben die Bewertungen und Investmentstile am japanischen Aktienmarkt maßgeblich geprägt. Aber die Anzeichen für eine allmähliche Veränderung dieser Strukturen mehren sich.
Die letzten Parlamentswahlen, aus denen die Takaichi-Regierung als klarer Sieger hervorgegangen ist, haben für erheblich mehr politische Kontinuität und eine bessere Prognostizierbarkeit gesorgt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung andere Prioritäten setzt – weg von kurzfristigen Umverteilungsmaßnahmen und Konjunkturprogrammen, hin zu einer disziplinierten Haushaltspolitik und der Steigerung des mittel- bis langfristigen Wachstumspotenzials.
Wenn das Vertrauen in die Haushaltspolitik so hoch bleibt oder noch steigt, könnte es der Bank of Japan leichter fallen, ihre Geldpolitik geordnet und allmählich zu normalisieren. Eine klarere Abgrenzung der Aufgaben von Fiskal- und Geldpolitik könnte dazu beitragen, die ungewollten Marktunsicherheiten einzudämmen, die oft mit politischen Anpassungen einhergehen.
In einem solchen Umfeld könnte der Yen nicht mehr nur die Richtung nach unten kennen und sich stattdessen mittelfristig auf einem vernünftigen Niveau einpendeln. Dann würde das Investmentumfeld nicht mehr nur von der Währungsentwicklung geprägt sein, sodass eine differenziertere Einschätzung nötig wäre.
Für Aktieninvestoren bedeutet dies, dass Unternehmen, die aufgrund von Preismacht, Rentabilitätssteigerungen und stabilen Geschäftsmodellen dauerhaftes Wachstum versprechen, vermutlich an Bedeutung gewinnen. Durch diese Verschiebung würden die gesamtwirtschaftliche Lage und der Yen zugunsten der unternehmensspezifischen Fundamentaldaten sowie ihre Konformität mit der politischen Ausrichtung und Strukturreformen an Bedeutung verlieren.
In diesem Zusammenhang hat die Regierung eine Reihe von Prioritäten formuliert. Sie spiegeln eine Politik wider, die strukturelle Anfälligkeiten – wie labile Lieferketten, externe Abhängigkeiten und demografischer Druck – angeht. Zugleich zielt sie auf ein innovationsgetriebenes stabiles Wachstum ab. Da Geld- und Fiskalpolitik zunehmend auf diese Themen ausgerichtet werden, dürften sie eine stabile Basis für mittel- bis langfristige Investmentchancen bilden – mit einem ausgewogenen Verhältnis aus dem Streben nach wirtschaftlicher Sicherheit und stabilen Wachstumszielen.
Allerdings dürfte die Entwicklung nicht störungsfrei verlaufen, sodass man mit einer höheren Volatilität aufgrund externer Faktoren oder weltpolitischer Risiken rechnen sollte.