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Wahlen Wie die US-Zwischenwahlen die Märkte beeinflussen

Angesichts der zahlreichen Ereignisse weltweit – vom Versuch der USA, Grönland zu annektieren, über neue Zölle gegen Europa bis hin zu militärischen Interventionen in Venezuela – stehen die US-Zwischenwahlen zurzeit vielleicht nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit der Investoren. Aber bis zu diesen entscheidenden Wahlen sind es nur noch zehn Monate, und schon nächste Woche steigen die Parteien voll in den Wahlkampf ein, wenn Präsident Trump seine Rede zur Lage der Nation hält.

 

„Trump wird diese Rede, mit der er sich an ein riesiges Publikum wendet, nutzen, um die Wahlkampagne 2026 anzustoßen“, sagt Matt Miller, Politikökonom bei Capital Group. „Er wird ein Narrativ formulieren und eine politische Agenda vorstellen, die aus seiner Sicht den Republikanern helfen wird, den für einen Präsidenten üblichen Rückschlag bei den Zwischenwahlen abzuwenden.“

 

Die wichtigste Frage für Anleger lautet: Wie könnten die Zwischenwahlen den Aktienmarkt beeinflussen?

Die Partei des Präsidenten verliert in der Regel Sitze im Kongress

Nettoveränderung der von der Partei des Präsidenten kontrollierten Sitze im Repräsentantenhaus nach den Midterm-Wahlen

Ein Balkendiagramm zeigt, wie viele Sitze im Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen in den Jahren 1934 bis 2022 verloren gingen oder gewonnen wurden. Interessanterweise hat der jeweilige Amtsinhaber in allen Zwischenwahlen Sitze verloren außer in dreien.

Quellen: Capital Group, UCSB: The American Presidency Project, Stand 15. Januar 2026.

Die Zwischenwahlen finden zur Halbzeit einer Amtszeit des Präsidenten im November statt und führen in der Regel dazu, dass dessen Partei im Kongress an Boden verliert. Bei den letzten 23 Zwischenwahlen hat die Partei des Präsidenten durchschnittlich 27 Sitze im Repräsentantenhaus und drei im Senat verloren. Nur zweimal hat die Partei des Präsidenten in beiden Kammern Sitze hinzugewonnen.

 

Dafür scheint es zwei Gründe zu geben. Erstens sind die Vertreter der Oppositionspartei – in diesem Fall die Demokraten – in der Regel besser darin, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Zweitens sinken in der Regel die Zustimmungswerte des Präsidenten in den ersten beiden Jahren seiner Amtszeit, so auch bei Trump, was Wechselwähler und frustrierte Wähler beeinflussen kann.

 

Zurzeit haben die Republikaner sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus die knappe Mehrheit. „Wenn Trump sie auch nur in einer der beiden Kammern verliert, könnte er in den nächsten zwei Jahren keine ehrgeizigen republikanischen Gesetze durchbringen und würde für den Rest seiner Amtszeit in die Defensive geraten“, so Miller weiter.

 

Da der Verlust von Sitzen so häufig vorkommt, spiegelt er sich in der Regel schon früh im Jahr in den Kursen wider. Das Ausmaß einer Machtverschiebung – und die daraus resultierenden politischen Auswirkungen – bleibt jedoch bis zum Ende des Jahres ungewiss, was eine Erklärung für andere interessante Trends liefern könnte.

 

In der Vergangenheit waren die Erträge niedriger und die Volatilität höher

 

Capital Group hat die Daten der letzten über 90 Jahre analysiert und herausgefunden, dass sich die Märkte in der Regel in Jahren mit Zwischenwahlen anders verhalten als sonst. Nach unserer Analyse der Erträge des S&P 500 Index seit 1930 haben sich Aktien in Jahren mit Zwischenwahlen anders entwickelt als in allen anderen Jahren.

 

Da die Märkte in der Regel über lange Zeiträume hinweg steigen, sollten Aktien in einem durchschnittlichen Jahr insgesamt stabil zulegen. Wir haben jedoch festgestellt, dass Aktien in den ersten Monaten von Jahren mit Zwischenwahlen üblicherweise schwächere durchschnittliche Erträge erzielten und sich oft bis kurz vor der Wahl kaum von der Stelle bewegten.

In Jahren mit Zwischenwahlen waren die Markterträge schwach

Gesamterträge des S&P 500 Index

Ein Balkendiagramm zeigt das 10. und das 90. Perzentil der Gesamterträge des S&P 500 von 1930 bis 2022 in Jahren mit und ohne Zwischenwahlen. Genannt werden auch die durchschnittlichen Erträge. In Jahren mit Zwischenwahlen waren es 4,7% und damit deutlich weniger als der durchschnittliche Ertrag von 9,5% in allen anderen Jahren.

Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.

Quellen: Capital Group, RIMES, Standard & Poor’s. Stand 15. Januar 2026.

Märkte mögen keine Unsicherheit – diese alte Weisheit scheint hier zuzutreffen. Zu Beginn des Jahres besteht weniger Gewissheit über den Ausgang und die Auswirkungen der Wahl. Die Märkte tendierten in den Wochen vor einer Wahl jedoch zu einer Erholung und stiegen nach Wahlschluss weiter an.

 

2025 hat der S&P 500 Index einen soliden Ertrag von fast 18% erzielt, war aber deutlich schwächer als die Aktienmärkte anderer Länder. Der MSCI Europe Index legte um über 35% zu, der MSCI Japan Index stieg um 24%, und der MSCI Emerging Markets Index lag um fast 34% im Plus.

 

Trotz der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Wahlen sollten Anleger bedenken, was ihnen verloren geht, wenn sie nicht investiert sind oder sich am Market Timing versuchen. Bislang war es immer am klügsten, investiert zu bleiben. Der Kursverlauf von Aktien ist in jedem Wahlzyklus sehr unterschiedlich, langfristig sind die Märkte aber insgesamt gestiegen.

In Jahren mit Zwischenwahlen hat die politische Unsicherheit die Erträge belastet

Durchschnittliche Renditen des S&P‑500‑Index seit 1931

Ein Liniendiagramm vergleicht die durchschnittlichen Erträge des S&P 500 in Jahren mit Zwischenwahlen mit jenen in allen anderen Jahren von Januar bis Dezember, beginnend mit 1931. Die Linie, die die Entwicklung „in allen anderen Jahren“ wiedergibt, steigt während des gesamten Jahres kontinuierlich an, während die Linie, die die Entwicklung in Jahren mit Zwischenwahlen zeigt, sich bis gegen Jahresende zwischen +1% und -2% bewegt, bevor sie im November und Dezember ansteigt.

Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.

Quellen: Capital Group, RIMES, Standard & Poor’s. Das Diagramm zeigt den durchschnittlichen Verlauf der kumulierten Kurse des S&P 500 Index in Jahren mit Zwischenwahlen im Vergleich zu Jahren ohne Zwischenwahlen. Jeder Punkt auf den Linien zeigt den durchschnittlichen Ertrag seit Jahresbeginn bis zum jeweiligen Monat und Tag, auf Grundlage der täglichen Kursentwicklung vom 1. Januar 1931 bis zum 31. Dezember 2025.

Wahljahre können also die Nerven ziemlich beanspruchen. Die Kandidaten machen oft auf die Probleme des Landes aufmerksam, und die Kampagnen verstärken regelmäßig negative Botschaften. Politische Vorschläge können unklar sein und sich oft auf bestimmte Branchen oder Unternehmen beziehen.

 

Es mag daher nicht überraschen, dass Märkte in Jahren mit Zwischenwahlen volatiler sind, insbesondere in den Wochen vor dem Wahltag. Seit 1970 beträgt die Standardabweichung der Renditen in Zwischenwahljahren im Median fast 16%, verglichen mit 13% in allen anderen Jahren.

In Jahren mit Zwischenwahlen ist die Volatilität höher

Ein Balkendiagramm stellt die durchschnittliche Volatilität p.a. des S&P 500 in Jahren mit Zwischenwahlen von 1970 bis 2025 jener in allen anderen Jahren gegenüber. In den Monaten vor dem Wahltag in Jahren mit Zwischenwahlen ist die durchschnittliche annualisierte Volatilität höher als in Jahren ohne Wahlen.

Quellen: Capital Group, RIMES, Standard & Poor’s. Die Volatilität wird anhand der Standardabweichung der täglichen Renditen für jeden einzelnen Monat berechnet. Das Diagramm zeigt den annualisierten Median der Volatilität. Die Standardabweichung ist ein Maß dafür, wie die Renditen im Laufe der Zeit vom Durchschnitt abgewichen sind. Stand 31. Dezember 2025.

„Ich denke nicht, dass es bei dieser Wahl anders sein wird“, sagt Aktienportfoliomanager Chris Buchbinder. „Es könnte Turbulenzen geben, und Anleger sollten sich auf kurzfristige Volatilität einstellen, aber ich erwarte nicht, dass die Wahlergebnisse die Anlageergebnisse in die eine oder andere Richtung stark beeinflussen werden.“

 

Nach Zwischenwahlen sind die Aktienmärkte stark gestiegen

 

Die gute Nachricht für Investoren ist, dass die Märkte nach dem Wahltag in der Regel stark gestiegen sind. Üblicherweise waren die Erträge im gesamten Jahr nach dem Wahlzyklus überdurchschnittlich. Seit 1950 lag der durchschnittliche 1-Jahres-Ertrag nach einer Zwischenwahl bei 15,4%. Das ist fast doppelt so viel wie in allen anderen Jahren in einem ähnlichen Zeitraum.

Kursertrag des S&P 500 Index ein Jahr nach den Zwischenwahlen

Ein Balkendiagramm zeigt die 1-Jahres-Erträge des S&P 500 nach jeder US-Zwischenwahl von 1950 bis 2023. Dem Diagramm ist zu entnehmen, dass der S&P 500 in diesem Zeitraum in keinem Jahr nach einer Zwischenwahl im Minus lag.

Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.

Quellen: Capital Group, RIMES, Standard & Poor’s. Für die Berechnungen wird in allen Wahljahren der Wahltag als Anfangsdatum und in anderen Jahren der 5. November als Vergleichs-Anfangsdatum verwendet. In der Grafik werden nur Zwischenwahljahre angezeigt. Stand 15. Januar 2026.

Aber jeder Zyklus ist anders, und Wahlen sind nur einer von vielen Faktoren, die die Markterträge beeinflussen. Beispielsweise müssen Investoren die möglichen Auswirkungen von Zöllen, Inflation und Zinsen sowie das Weltwirtschaftswachstum und weltpolitische Konflikte berücksichtigen.

 

Fazit für Anleger

 

Es ist nichts Falsches daran, sich zu wünschen, dass der bevorzugte Kandidat gewinnt, aber Anleger können Probleme bekommen, wenn sie den Wahlergebnissen zu viel Bedeutung beimessen. Das liegt daran, dass Wahlen in der Vergangenheit nur geringe Auswirkungen auf die langfristigen Investmenterträge hatten. Seit 1933 haben die Märkte unabhängig von der Regierungspartei im Durchschnitt Erträge im zweistelligen Bereich erzielt, auch wenn eine Partei sowohl im Weißen Haus als auch in beiden Kammern die Mehrheit hielt, wenn der Kongress gespalten war und wenn der Präsident der Oppositionspartei angehörte.

 

Zwischenwahlen – und die Politik insgesamt – sorgen für viel Wirbel und Unsicherheit.

 

Selbst wenn Wahlen zu einer höheren Volatilität führen, besteht kein Grund, sie zu fürchten. Tatsächlich werden Aktienerträge langfristig von den Gewinnen der Unternehmen bestimmt und davon, wie die Marktteilnehmer deren Wert auf lange Sicht einschätzen. Investoren wären gut beraten, kurzfristige starke Schwankungen zu ignorieren und langfristig zu denken, unabhängig davon, wie sich die politische Lage in einem bestimmten Jahr entwickelt.

Matt Miller ist Politikökonom. Er hat 35 Jahre Berufserfahrung und ist seit 10 Jahren bei Capital (Stand 31. Dezember 2025). Er hat einen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Columbia University und einen Bachelor von der Brown University.

Chris Buchbinder ist Aktienportfoliomanager und hat 30 Jahre Investmenterfahrung (Stand 31. Dezember 2025). Er hat einen Bachelor-Abschluss in Volkswirtschaft und Internationale Beziehungen von der Brown University.

Die Ergebnisse der Vergangenheit sind kein Hinweis auf künftige Ergebnisse. Man kann nicht direkt in einen Index investieren. Indizes sind keine gemanagten Produkte. Der Wert und Ertrag von Anlagen können schwanken, sodass Anleger ihr investiertes Kapital ganz oder teilweise verlieren können. Diese Informationen sind weder Anlage-, Steuer- oder sonstige Beratung noch eine Aufforderung, irgendein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen.
 
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Capital Group managt Aktien in drei Investmenteinheiten, die ihre Anlageentscheidungen autonom treffen und unabhängig voneinander auf Hauptversammlungen abstimmen. Die Anleihenexperten sind für das Anleihenresearch und das Anleihenmanagement im gesamten Unternehmen verantwortlich. Bei aktienähnlichen Anleihen werden sie aber ausschließlich für eine der drei Aktieneinheiten tätig.