Man hat selten Gelegenheit, vor dem US-Kongress zu sprechen. Deshalb nutzte Jody Jonsson, Vice Chair bei Capital Group, die Chance, ihre Sicht einer möglichen Anpassung der Politik an die Veränderungen der Marktbedingungen bei den Gesetzgebern der USA vorzustellen.
Vor dem House Financial Services Subcommittee on Capital Markets appellierte sie an die Mitglieder des US-Kongresses, Investoren ihre Entscheidungsfreiheiten zu lassen, und sprach darüber, wie wichtig aktives Management für das reibungslose Funktionieren von Kapitalmärkten ist. Der Ausschuss wollte wissen, ob die aktuelle Politik zu den Neuerungen am Markt, wie den kürzlich eingeführten Trump Accounts, sinnvoll ist. Dabei handelt es sich um Ansparkonten für den Ruhestand, deren Mittel in kostengünstige US-Aktienindexfonds investiert werden müssen.
Jonssons Stellungnahme war das Ergebnis jahrelanger Arbeit und des Beziehungsaufbaus bei Gesetzgebern, deren Mitarbeitern und Regulierungsbehörden. Capital Group steht im regelmäßigen Austausch mit Vertretern der Gesetzgebung, um zur Stärkung der Kapitalmärkte, zu Kostensenkungen, zum Abbau von Reibungspunkten und zur Weiterentwicklung von Regulierungen beizutragen, sodass sie für Investoren und ihre Berater sinnvoll bleiben.
„Wir wollen vor allem politische Rahmenbedingungen schaffen, die Investoren bestmögliche Ergebnisse sichern“, sagt Reagan Anderson, Senior Vice President für Regierungs- und Regulierungsangelegenheiten.
"Uns ist wichtig, dass sich Gesetzgeber bei Fragen zum aktiven Management an uns wenden", sagt Anderson. "Seit Jahren bauen wir Beziehungen zu Kongressabgeordneten auf und informieren sie über die Sichtweise von Investoren zu Themen, die Altersvorsorge und langfristige Anlageergebnisse betreffen, und wir stellen sicher, dass sie wissen, wie viele Investoren und Berater wir in ihren Wahlkreisen vertreten."
Diese vier Marktperspektiven hat Jody Jonsson dem Kongress vorgestellt:
1. Investoren brauchen Entscheidungsfreiheit
Investoren verfolgen unterschiedliche Ziele und befinden sich in verschiedenen Lebensphasen. Die Politik sollte ihnen die Freiheit lassen zu entscheiden, welcher Ansatz für sie selbst der Beste ist. Deshalb braucht man heute sowohl aktive als auch passive Strategien.
„Kein einzelner Investmentansatz, kein Produkt und keine Strategie zur Sicherung der Finanzierung des Ruhestands ist für jeden gleichermaßen geeignet“, sagte Jonsson den Kongressmitgliedern. „Deshalb brauchen Investoren Zugang zu vielen verschiedenen Investmentlösungen, darunter aktive und passive Strategien sowie Kombinationen aus beidem.“
Diese Diskussion fällt in eine Zeit mit einem steigenden Anteil passiver Strategien am Gesamtmarkt, einem aktiveren Handel und wachsender Marktkonzentration – mit Folgen für Investoren. In den letzten 20 Jahren ist der Anteil passiver Strategien auf etwa zwei Drittel des gesamten in den USA verwalteten Vermögens gestiegen.