Aktien Ein Plädoyer für aktiv gemanagte Kernpositionen

Noch immer wird viel darüber diskutiert, ob aktives oder passives Management das bessere ist. Die Frage, wie man Portfolios am besten konstruiert, kann darauf eine Antwort liefern.
 

Mit passiven Strategien kann man effizient in die Märkte investieren, aber sie sind rückwärtsgerichtet, eingeschränkt durch die Indexstruktur und zunehmend durch die Marktkonzentration geprägt. Aktives Management dagegen ist zukunftsorientiert. Es ermöglicht Anpassungen an Veränderungen des Umfelds, eine differenzierte Einschätzung der Chancen und das Management von Risiken, die bei Indexanlagen übersehen werden können. Die Frage ist daher nicht mehr, ob man aktiv oder passiv investieren sollte, sondern wie man die beiden Ansätze optimal kombiniert.
 

Im Mittelpunkt steht dabei der weit verbreitete Trugschluss, dass Benchmarks ein „neutraler“ Ausgangspunkt sind. Aktienindizes wurden eingeführt, um Markterträge zu messen, aber in der Praxis bestimmen sie häufig die Messung von Risiken sowie des Erfolgs von Portfoliomanagern und Portfolios.
 

Anlagen in Marktindizes gelten als passiv. Tatsächlich werden dabei aber mehrere aktive Entscheidungen getroffen. Ob man den gleich- oder den marktkapitalisierten S&P 500 oder Russell 1000 auswählt oder ob man eher in Industrieländer oder global investiert, hat im Zeitablauf erheblichen Einfluss auf die Ergebnisse. Es gibt keine wirklich neutrale Benchmark, weil jede mit Annahmen über Marktführerschaft, Marktstruktur und Risikoallokation verbunden ist.
 

Heute ist das besonders wichtig, weil die globalen Aktienmärkte konzentrierter geworden sind und die Erträge zunehmend von nur einigen wenigen Unternehmen abhängen. So haben die zehn größten Aktien im S&P 500 – erstmals seit Mitte der 1960er-Jahre – heute fast 40% Anteil am Index. Zudem entfällt auf Unternehmen mit Halbleiterbezug mittlerweile fast ein Fünftel der Benchmark.

Anteile der jeweils 10 größten Unternehmen am Index

Gemeinsame Indexgewichtung

Ein Plädoyer für aktiv gemanagte Kernpositionen

Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.

Quelle: Capital Group, FactSet. Marktkapitalisierungsbereinigt. Stand 30. Juni 2026. Prozentualer Unternehmensanteil am jeweiligen Index.

Wir sagen nicht, dass diese Unternehmen in irgendeiner Weise problematisch sind oder das Thema KI überschätzt wird. Wir sagen, dass marktkapitalisierte Benchmarks immer dann besonders konzentriert werden, wenn das Vertrauen in ein Thema besonders groß ist. Dann setzt man bei Indexanlagen zunehmend auf ein bestimmtes Szenario.

Deshalb dürfte die Portfoliokonstruktion künftig weder nur aktiv noch nur passiv erfolgen. Die effektivsten Portfolios werden vermutlich jene sein, die nach einem kombinierten Ansatz gemanagt werden. Hier dürften benchmarkorientierte, diversifizierte, durchweg aktive Core-Ansätze eine wichtige Rolle spielen.
 

Am Ende brauchen Investoren keine Diskussionen darüber, ob aktiv oder passiv besser ist, sondern verlässliche Erträge. Die Frage ist also, ob ein Portfolio auf die Anlageziele ausgerichtet ist. Das erfordert eine sorgfältige Auswahl der Benchmark, gezieltes Eingehen von Risiken, gründliche Analysen, eine langfristig verantwortungsvolle Vermögensverwaltung und eine klare Ausrichtung der Portfoliostruktur an den Zielen.
 

Und es erfordert Ehrlichkeit darüber, wo aktives Management Mehrwert schafft und wo nicht. Aktive Strategien sind nicht grundsätzlich besser. Wir plädieren aber für informierte Entscheidungen, um für Investoren bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. 

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John Lamb ist Investmentexperte bei Capital Group. Er hat zehn Jahre Investmenterfahrung und ist seit sieben Jahren im Unternehmen. Davor war er strategischer Product Management Associate bei BlackRock. Er hat einen Bachelor in Volkswirtschaft und Management von der University of Oxford. Außerdem ist er CFA®. Lamb arbeitet in London. 

David Polak ist Senior Equity Investment Director bei Capital Group, verantwortlich für Aktienthemen, Aktieninvestments sowie globale Aktienstrategien. Er hat 42 Jahre Investmenterfahrung und ist seit 20 Jahren im Unternehmen. Polak hat einen Bachelor in Volkswirtschaft mit Auszeichnung vom University College in London. Er arbeitet in New York.

Die Ergebnisse der Vergangenheit sind kein Hinweis auf künftige Ergebnisse. Man kann nicht direkt in einen Index investieren. Indizes sind keine gemanagten Produkte. Der Wert und Ertrag von Anlagen können schwanken, sodass Anleger ihr investiertes Kapital ganz oder teilweise verlieren können. Diese Informationen sind weder Anlage-, Steuer- oder sonstige Beratung noch eine Aufforderung, irgendein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen.
 
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung am Tag der Veröffentlichung dieses Dokuments wieder. Sie entsprechen möglicherweise nicht der Meinung anderer Mitarbeiter von Capital Group oder deren Tochtergesellschaften. Stand aller Informationen ist das angegebene Datum (falls nicht anders angegeben). Einige Informationen stammen möglicherweise aus Drittquellen, und die Verlässlichkeit dieser Informationen kann nicht garantiert werden.
 
Capital Group managt Aktien in drei Investmenteinheiten, die ihre Anlageentscheidungen autonom treffen und unabhängig voneinander auf Hauptversammlungen abstimmen. Die Anleihenexperten sind für das Anleihenresearch und das Anleihenmanagement im gesamten Unternehmen verantwortlich. Bei aktienähnlichen Anleihen werden sie aber ausschließlich für eine der drei Aktieneinheiten tätig.