Die Unternehmensreform ist eine der wichtigsten Entwicklungen im Zuge dessen, was wir bei Capital Group die „Große Globale Neuausrichtung“ nennen. In den letzten Jahren standen vor allem die asiatischen Aktienmärkte vor Herausforderungen, weil es Interessenkonflikte zwischen Mehrheits- und Minderheitsaktionären gibt.
Aktionäre verdienten meist weniger als in den USA. Kapital wurde abgezogen, und das Anlegerinteresse ließ nach. Eine Reform war notwendig. Besonders große Fortschritte macht dabei Südkorea, auch dank der Unterstützung durch den im Juni 2025 neu gewählten demokratischen Präsidenten Lee Jae-myung. Auch seine beiden Vorgänger hatten versucht, Unternehmen effizienter zu machen, aber sein direkter Vorgänger wurde des Amtes enthoben und sein Vor-Vorgänger scheiterte an Corona.
Lee Jae-myung dürfte es leichter haben, weil seine Partei die Mehrheit in der Nationalversammlung stellt. Er strebt eine völlige Neuausrichtung der privaten Vermögen an – weg von Immobilien und hin zu Wertpapieren –, weil er der Ansicht ist, dass man damit einige der drängendsten Herausforderungen des Landes lösen kann, darunter die hohe Verschuldung der Privathaushalte und die Sicherung regelmäßiger Einkommen für die schnell steigende Zahl an Rentnern.
In diesem Artikel befasst sich Analyst Andrew Chang mit den großen Familienkonzernen in Korea, den sogenannten Chaebols. Die 15 größten davon haben etwa 66% Anteil am koreanischen Aktienmarkt, und die traditionellen Interessenkonflikte zwischen Mehrheits- und Minderheitsaktionären sind ein wichtiger Grund für die niedrigen Aktienbewertungen.