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Demografie und Kultur 250 Jahre Amerika in sechs Grafiken

Für Investoren ist das 250-jährige Bestehen der USA ein guter Anlass über diesen Standort nachzudenken. Die US-Wirtschaft ist nach wie vor in einer beneidenswerten Verfassung, obgleich sich die Welt gerade dramatisch verändert. Anhand der folgenden sechs Grafiken zeigen wir, wie Amerika das geschafft hat und wie es weitergehen könnte.

 

1. Wenige Menschen, viel Einfluss

 

Seit der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung sind die USA deutlich gewachsen. Aus 13 Kolonien ist eine Supermacht mit etwa 340 Millionen Einwohnern geworden – 4% der Weltbevölkerung. „Die Ausdehnung nach Westen hat der Nation geholfen, ein riesiger Wirtschaftsblock zu werden, auf den heute 27% des Welt-BIP entfallen. US-Unternehmen zählen zu den wertvollsten weltweit, und an Sport, Filmen sowie der Popkultur der Vereinigten Staaten findet nach wie vor ein internationales Publikum Gefallen“, sagt US-Volkswirt Jared Franz.

Die USA bleiben eine globale Wirtschaftsmacht

Einige Quadrate zeigen die Anteile der USA am Gesamtwert weltweit in fünf Kategorien. Die USA haben 4% Anteil an der Weltbevölkerung, 27% Anteil am Welt-BIP, 83% Anteil an den 100 größten Firmen (gemessen an der Marktkapitalisierung), 88% Anteil an den wertvollsten Sportteams und 98% Anteil an den 50 umsatzstärksten Filmen.

Quellen: Capital Group, Box Office Mojo, Forbes, IWF, World Economic Outlook, MSCI, RIMES, U.S. Census Bureau. Reihenfolge der 50 umsatzstärksten Filme gemessen in nominalen US-Dollar auf Grundlage der Daten von Box Office Mojo, Stand 31. Mai 2026. Bruttoinlandsprodukt auf Grundlage von Daten des World Economic Outlook des IWF, Stand 2025. 50 wertvollste Sportteams auf Grundlage von Daten von Forbes, Stand 18. Dezember 2025. 100 größte Firmen nach Marktkapitalisierung in US-Dollar auf Grundlage der 100 größten Unternehmen des MSCI All Country World Index, Stand 31. Mai 2026.

2. Vorreiter bei neuen Technologien

 

Vor fast 200 Jahren bezeichnete der französische Soziologe Alexis de Tocqueville die USA als „die wandlungsfähigste Gesellschaft“. Dies zeigte sich vor allem in der Offenheit gegenüber Technologien, die für mehr Wachstum sorgten und das Leben der Amerikaner verbesserten.

 

Der Erfolg des Eriekanals war einer der Auslöser des Kanalbau-Booms in den 1820ern, durch den die Transportkosten um 90% sanken und Verbindungen zwischen den Märkten der jungen Nation geschaffen wurden. Die Eisenbahn im späten 19. Jahrhundert versetzte die Amerikaner in die Lage, neues Land zu erschließen und den Handel auszuweiten. Im 20. Jahrhundert steigerte die Massenproduktion von Autos (Model T), die schnelle Verbreitung des Telefons und die Erfindung des Computers die Produktivität und öffnete neue Märkte.

Die Amerikaner waren oft Vorreiter bei neuen Technologien

Drei Liniendiagramme vergleichen die Verbreitungsrate von Schienennetz, Telefonen und PCs in den USA, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Japan. Bei allen drei Technologien zählten die USA zu den ersten Nutzern. Ihre Pro-Kopf-Raten waren im Betrachtungszeitraum oft höher als die der anderen Länder.

Quellen: Capital Group, Harvard Business School Cross-country Historical Adoption of Technology (CHAT) Dataset. Bei fehlenden Quelldaten wurden die Raten zwischen benachbarten Beobachtungen interpoliert.

Heute gilt Künstliche Intelligenz als Technologie mit großem langfristigem Wertschöpfungspotenzial. „In allen Branchen werden Unternehmen KI nutzen, um sich individuelle Wettbewerbsvorteile zu verschaffen“, sagt Aktienportfoliomanagerin Jessica Spaly. „So wie Unternehmen wie Amazon und Home Depot den Einzelhandel im Zeitalter der Digitalisierung verändert haben, werden aus meiner Sicht sowohl neue als auch etablierte Unternehmen mit KI Wettbewerbsvorteile aufbauen.“

 

3. Das exorbitante Privileg des US-Dollar

 

In den 1960ern haben politische Entscheider aus Frankreich den Status des Dollar als Weltreservewährung ein „exorbitantes Privileg“ genannt. Diese Sonderstellung verhalf den USA zu jahrzehntelangem Wachstum, militärischer Macht und weltweitem Einfluss.

 

„Ende des Zweiten Weltkriegs waren die USA in der Lage, den globalen Wiederaufbau anzuführen und für Stabilität zu sorgen. Dies ebnete dem Dollar den Weg, zur Reservewährung der Welt zu werden“, sagt Anleihenportfoliomanager David Hoag.

 

„Mit der Zeit führte das dazu, dass die Vereinigten Staaten Anleihen zu niedrigeren Renditen emittieren konnten als andere Länder, Währungsrisiken abfangen und ihre Währung sogar für Sanktionen nutzen konnten. Vor allem in Krisenzeiten hat die US-Regierung in der Regel keine Probleme, ihr hohes Haushaltsdefizit zu finanzieren, während ihre Notenbank zugleich Quantitative Easing betrieb“, erklärt er. Quantitative Easing bedeutet, dass Zentralbanken Staatsanleihen und andere Wertpapiere kaufen, um die Zinsen niedrig zu halten.

 

„Der jüngste Trend, einen Teil der Dollar-Währungsreserven durch andere zu ersetzen, dürfte anhalten“, fügt Hoag hinzu, „aber keine Währung kann den US-Dollar als Reservewährung auch nur ansatzweise verdrängen.“

Die Dominanz des Dollar hat die moderne Welt geprägt

Ein gestaffeltes Säulendiagramm zeigt die Veränderung der Zusammensetzung der weltweiten Hartwährungsreserven von 1900 bis 2025. Vor 1930 hatte das Pfund Sterling den größten Anteil. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es vom US-Dollar abgelöst. Seit 2000 sind die Währungsreserven diversifizierter. Die Anteile des Euro und anderer Währungen sind gestiegen, aber der Dollar liegt noch immer vorn.

Quellen: Capital Group, Eichengreen, Mehl und Chiţu (2017), How Global Currencies Work: Past, Present and Future, Princeton University Press, Princeton, New Jersey. Gezeigt werden ausgewählte Jahre. Die Anteile stehen für die von den Ländern berichteten Hartwährungsreserven zu den marktüblichen Wechselkursen und addieren sich aufgrund von Rundungsungenauigkeiten möglicherweise nicht zu 100%.

4. Innovation als Wachstumsfaktor

 

„Das Zusammenspiel von Forschung und Entwicklung auf Weltklasseniveau sowie enge Verbindungen zur Wissenschaft und ein einfacher Zugang zu Kapital sind einzigartige Vorteile der USA, die von anderen Ländern nur schwer nachzuahmen sind“, sagt Aktienportfoliomanager Rob Lovelace.

 

„Sie beflügeln sich gegenseitig, sodass eine Innovationsspirale entsteht.“

Die USA investieren am meisten in Forschung und Entwicklung

Quellen: Capital Group, Weltbank, World Development Indicators. Jahreswerte von 1996 bis 2023 auf Grundlage der aktuellsten verfügbaren Daten, Stand 30. Juni 2026. Zu den Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) zählen sowohl Kapital als auch laufende Ausgaben in der Wirtschaft, im öffentlichen Sektor, im Hochschulwesen und im privaten gemeinnützigen Sektor.

Gesundheitsinnovationen unter anderem in den Bereichen Impfstoffe, Operationen, Lagerung und Transfusion von Blut sowie Chemotherapie haben weltweit Leben gerettet. „Diese Branche beruht auf jahrzehntelangen Anstrengungen, und nicht einmal 5% aller entwickelten Medikamente sind erfolgreich“, sagt Lovelace. „Dennoch wird weiter investiert – in der Hoffnung, damit die nächste Generation von Therapien oder Arzneimitteln zu finanzieren, die Patienten zu einem besseren Leben verhelfen.“

 

Lovelace ist der Ansicht, „KI könnte die Wirkstoffentwicklung in den nächsten Jahrzehnten beschleunigen. Wenn die Technologie helfen kann, früher herauszufinden, welche Medikamente vermutlich scheitern und welche mit größerer Wahrscheinlichkeit erfolgreich sind, kann die Erfolgsquote möglicherweise auf 10% steigen. Wir könnten sogar der tatsächlichen Heilung bestimmter Krankheiten näherkommen.“

 

5. Reich an Ressourcen

 

Überall in den USA gibt es fruchtbares Ackerland, massenweise Öl- und Gasvorkommen sowie enorme Mengen an natürlichen Ressourcen. Zusammen mit innovativen Technologien verhelfen sie Amerika zu steigendem Wohlstand.

 

„Ein wichtiger Wendepunkt für die Energieunabhängigkeit fand in den frühen 2000ern statt, als die USA hydraulisches Fracking kommerzialisierten und begannen, die Öl- und Gasförderung enorm zu steigern, indem sie unter hohem Druck Flüssigkeiten in ölhaltiges Schiefergestein pressten“, sagt Portfoliomanager Paul Benjamin.

 

„Heute sind die USA der weltweit größte Energieproduzent, und das bringt den Amerikanern und ihren Unternehmen mehrere Vorteile. Niedrigere Energiepreise – vor allem bei Erdgas und Kohle, die 45% Anteil am Primärenergiekonsum der USA haben – sorgen dafür, dass Unternehmen dort besser Fabriken bauen können als in Europa oder Japan, wo die Energiepreise stärker schwanken.“

 

Die USA sind außerdem jetzt besser gegen globale Energiepreisschocks gewappnet. „Wenn die Störungen nicht zu lange dauern, können die USA heute den Krieg im Nahen Osten besser verkraften als noch vor einigen Jahrzehnten“, fügt Benjamin hinzu.

Die USA sind der weltweit größte Öl- und Gasproduzent

Quellen: Capital Group, U.S. Energy Information Administration. Die Daten umfassen Benzin und andere flüssige Energiequellen wie Biodiesel, Ethanol, Flüssigbrennstoffe aus Kohle, Gas und Ölschiefer, Orimulsion, Beimischungskomponenten und andere Kohlenwasserstoffe. Daten bis 2024 (aktuellste verfügbare Daten), Stand 28. Februar 2026.

6. Bislang stabile Märkte

 

Der US-Aktienmarkt war während Kriegen, Finanzkrisen und Pandemien bemerkenswert stabil. „Das Unglaubliche an der Funktionsweise des Aktienmarktes ist seine Dynamik – solange es Unternehmen gibt, die Erstaunliches vollbringen, wodurch sie wachsen und neue Produkte entwickeln können“, sagt Lovelace. „Das ist ein geometrischer, kein arithmetischer Prozess, und das ist gut für Investoren.“

Die Märkte haben schon viele Krisen gut überstanden

Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse.

Quellen: Capital Group, S&P Global, RIMES. Stand 31. Mai 2026. Daten umbasiert (1. Januar 1928 = 100), kumulierter Gesamtertrag des S&P 500 Index. Logarithmische Skala. Die Ergebnisse der Vergangenheit sind kein Hinweis auf künftige Ergebnisse.

Lovelace erzählt, dass am Anfang seiner beruflichen Laufbahn 7% Durchschnittsertrag p.a. als angemessen galten, wobei ein großer Teil auf die Inflation zurückzuführen war. Weil die Inflation zurückging, erwarteten viele Investoren auch einen Rückgang der Gesamterträge des Marktes.

 

Aber das Gegenteil war der Fall. Wenn man sich jetzt die langfristigen Zahlen anschaut, liegt der Gesamtertrag des US-Aktienmarktes seit den 1970er-Jahren bei über 9%, selbst wenn man die Baisse im Jahr 2022 berücksichtigt. Was man daraus lernen kann: Trotz der Turbulenzen in der Geschichte Amerikas haben Investoren hohe kumulierte Gesamterträge erzielt.

Jared Franz ist Volkswirt und hat 20 Jahre Investmenterfahrung (Stand 31. Dezember 2025). Er hat an der University of Illinois in Chicago in Wirtschaftswissenschaften promoviert und hat einen Bachelor in Mathematik von der Northwestern University.

Jessica Spaly ist Aktienportfoliomanagerin bei Capital Group und Mitglied des Target Date Solutions Committee. Sie hat 27 Jahre Investmenterfahrung (Stand 31. Dezember 2025). Spaly hat einen MBA und einen Bachelor in Volkswirtschaft von der Harvard University.

David Hoag ist Anleihenportfoliomanager und hat 38 Jahre Investmenterfahrung (Stand 31. Dezember 2025). Er hat einen MBA von der University of Chicago und einen Bachelor vom Wheaton College.

Paul Benjamin ist Aktienportfoliomanager und hat 20 Jahre Investmenterfahrung (Stand 31. Dezember 2025). Er hat einen MBA von der Stanford University und einen Bachelor in Finanzen und Religion vom Northwestern College.

Rob Lovelace ist Aktienportfoliomanager und Chairman von Capital International, Inc. Er hat 40 Jahre Investmenterfahrung (Stand 31. Dezember 2025). Er hat einen Bachelor in Mineralökonomie von der Princeton University und ist CFA®.

Die Ergebnisse der Vergangenheit sind kein Hinweis auf künftige Ergebnisse. Man kann nicht direkt in einen Index investieren. Indizes sind keine gemanagten Produkte. Wert und Ertrag von Anlagen können schwanken, sodass Anleger ihr investiertes Kapital ganz oder teilweise verlieren können. Diese Informationen sind weder Anlage-, Steuer- oder sonstige Beratung noch eine Aufforderung, irgendein Wertpapier zu kaufen oder zu verkaufen.
 
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