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Investmentperspektiven der Capital Group

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Marktvolatilität
Über den Umgang mit Marktabschwüngen

Sie wären kein Mensch, wenn Sie keine Verlustängste hätten.


Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Psychologe Daniel Kahneman demonstrierte dies mit seiner Theorie der Verlustaversion und zeigte, dass Menschen sich mehr über den Verlust von Geld ärgern, als sie sich über den Gewinn von Geld freuen. Der natürliche Instinkt besteht darin, sich schlagartig vom Markt zurückzuziehen, wenn die Kurse zu sinken beginnen, genau wie die Gier die Menschen dazu veranlasst, wieder zu investieren , wenn die Aktienkurse in die Höhe schnellen. Beides kann unangenehmen Folgen haben.


Intelligentes Anlegen kann jedoch die Kraft der Emotionen überwinden, indem es sich auf relevante Forschung, solide Daten und bewährte Strategien konzentriert. Hier sind sieben Grundsätze, die helfen können, dem Drang, in Zeiten von Marktturbulenzen emotionale Entscheidungen zu treffen, entgegenzuwirken.


1 Marktabschwünge gehören zum Anlegen dazu


Über längere Zeiträume sind Aktien  meist gestiegen, aber die Geschichte lehrt uns auch, dass Marktabschwünge für Investoren unvermeidlich sind. Die gute Nachricht ist, dass Korrekturen (definiert als Rückgang um mindestens 10%), Abschwünge (ein längerer Rückgang von mindestens 20%) und andere schwierige Phasen nicht ewig gedauert haben.


Marktabschwünge treten häufig auf, halten aber nicht ewig an

Quellen: Capital Group, Standard & Poor’s.

 

Der Standard&Poor‘s 500 Composite Index ist den Jahren von 1951 bis 2020 in der Regel mindestens einmal im Jahr um mindestens 10% und etwa alle sechs Jahre um mindestens 20% gefallen. Während die Ergebnisse aus der Vergangenheit keine Vorhersage für zukünftige Ergebnisse sind, folgten bisher auf jeden Abschwung eine Erholung und ein neues Markthoch.


2 Was zählt ist Zeit am Markt, nicht Market-Timing


Niemand kann vorhersagen, wie sich der Markt kurzfristig entwickelt, aber wer nicht investiert, riskiert, starke Erholungen nach Abschwüngen zu verpassen.


In den Jahren 1929 folgte jedem Rückgang des S&P 500 um mindestens 15% eine Erholung. Im ersten Jahr nach diesen Rückgängen ist der Index im Durchschnitt um 55% gestiegen.


Selbst wenn Sie nur wenige Handelstage verpassen, kann dies seinen Tribut fordern. Eine hypothetische Anlage von 1.000 US-Dollar in den S&P 500 im Jahr 2011 wäre Ende 2020 über 2.900 US-Dollar wert gewesen. Wenn ein Anleger jedoch die 30 besten Handelstage dieses Zeitraums verpasst hätte, hätte er 44% weniger Ertrag erzielt.


Auch nur ein paar der besten Tage einer Erholung zu verpassen, kann den Investmenterträgen schaden

Quellen: RIMES, Standard & Poor’s, Stand 31.Dezember 2021. Angaben in USD.

 

3 Emotionales Anlegen kann gefährlich sein


Kahneman erhielt 2002 seinen Nobelpreis für seine Arbeit in der Verhaltensökonomie, einem Bereich, in dem untersucht wird, wie Einzelpersonen finanzielle Entscheidungen treffen. Eine wichtige Erkenntnis von Verhaltensökonomen ist, dass Menschen bei solchen Entscheidungen oft irrational handeln.


Emotionale Reaktionen auf Marktereignisse sind völlig normal. Anleger sollten damit rechnen, dass sie nervös werden, wenn die Märkte sinken, aber es sind die Maßnahmen, die in solchen Zeiträumen ergriffen werden, die den Unterschied zwischen Anlageerfolg und -misserfolg ausmachen können.


Eine Möglichkeit, rationale Anlageentscheidungen zu fördern, besteht darin, die Grundlagen der Verhaltensökonomie zu verstehen. Das Wissen um Verhaltensweisen wie Verankerung, Bestätigungsfehler und Verfügbarkeitsheuristik kann Anlegern helfen, mögliche Fehler zu erkennen, bevor sie sie machen.


4 Machen Sie einen Plan und bleiben Sie dabei


Das Erstellen und Einhalten eines durchdachten Anlageplans ist ein weiterer Weg, um kurzsichtige Anlageentscheidungen zu vermeiden – insbesondere, wenn sich die Märkte nach unten bewegen. Der Plan sollte eine Reihe von Faktoren berücksichtigen, darunter Risikotoleranz sowie kurz- und langfristige Ziele.


Eine Möglichkeit, vergebliche Versuche zu vermeiden, Zeitpunkte auf dem Markt abzupassen, ist der Durchschnittskosteneffekt, der entsteht, wenn in regelmäßigen Abständen ein fester Geldbetrag angelegt wird, unabhängig von Marktauf- und -abschwüngen. Dieser Ansatz schafft eine Strategie, bei der mehr Aktien zu niedrigeren Preisen und weniger Aktien zu höheren Preisen gekauft werden. Auf längere Sicht zahlen Anleger einen niedrigeren Preis je Aktie oder Anteil. Regelmäßiges Anlegen sichert weder einen Gewinn noch schützt es vor Verlusten. Anleger sollten also ihre Bereitschaft überprüfen, bei fallenden Aktienkursen weiter anzulegen.


Wenn die Aktienkurse fallen, erhalten Sie für den gleichen Anlagebetrag mehr Anteile und können so Ihre durchschnittlichen Kosten pro Anteil senken.

Quelle: Capital Group. In zwölf Monaten wurden 6.000 Euro investiert und 439,94 Anteile gekauft. Der durchschnittliche Kurs lag bei 15 Euro. Die Durchschnittskosten für den Investor lagen bei 13,64 Euro (6.000 Euro/439,94) Die hypothetischen Ergebnisse dienen nur zur Illustration und geben nicht die tatsächlichen Ergebnisse irgendeines Anlageinstruments wider. Regelmäßiges Anlegen sichert weder einen Gewinn noch schützt es vor Verlusten. Investoren sollten prüfen, ob sie den Sparplan auch bei fallenden Kursen fortsetzen wollen.

5. Diversifikation ist wichtig


Ein diversifiziertes Portfolio garantiert weder Gewinne noch gibt es die Zusicherung, dass Anlagen nicht an Wert verlieren, trägt jedoch zur Risikominderung bei. Durch die Verteilung der Anlagen auf verschiedene Anlageklassen können Anleger die Auswirkungen der Volatilität auf ihre Portfolios abfedern. Die Gesamtrenditen werden nicht die höchsten Höchststände einer einzelnen Anlage erreichen – aber sie werden auch nicht die niedrigsten Tiefststände erreichen.


Für Anleger, die den Stress von Abschwüngen vermeiden möchten, kann eine Diversifizierung dazu beitragen, die Volatilität zu senken.


Keine Assetklasse ist jedes Jahr gleichermaßen erfolgreich

Quelle: RIMES US-Large-Caps: Standard & Poor's 500 Composite Index; Globale Small Caps: MSCI All Country World Small-Cap-Index; Globale Aktien: MSCI All Country World ex USA Index; Emerging-Market-Aktien: MSCI Emerging Markets Index; US-Anleihen: Bloomberg Barclays US Aggregate Index; Globale Anleihen: Bloomberg Barclays Global Aggregate Index; Barmittel: Bloomberg Barclays U.S. Treasury Bills Index: 1-3 Monate.

6. Anleihen können einen gewissen Ausgleich schaffen


Aktien sind eine wichtiges Fundament diversifizierter Portfolios, aber Anleihen können ein sinnvolles Gegengewicht schaffen. Das liegt an ihrer in der Regel niedrigen Korrelation mit dem Aktienmarkt, durch die sie sich üblicherweise gegenläufig entwickeln.


Qualitätsanleihen waren bei volatilen Aktienmärkten recht stabil

Quellen: Capital Group, Morningstar. Die gezeigten Daten beruhen auf Kursrückgängen um mindestens 12% (unter der Annahme einer Wiederanlage der Dividenden) des nicht gemanagten MSCI World mit einer mindestens einen Tag anhaltenden Erholung von 50% oder mehr zwischen zwei Rückgängen. Gesamterträge in US-Dollar. Stand: 31. Dezember 2021.

Hinzu kommt, dass Anleihen, die wenig mit Aktien korreliert sind, die Folgen fallender Aktienmärkte für Ihr Gesamtportfolio abfedern können. Fonds mit dieser Art von Diversifikation können Portfolios stabiler machen. Dazu sollten Investoren Anleihenfonds mit einer Erfolgshistorie in unterschiedlichen Marktsituationen auswählen.


Anleihen haben zwar weniger Ertragspotenzial als Aktien, aber bei Aktienmarktrückgängen waren sie häufig stabiler.


7. Der Markt tendiert dazu, langfristige Anleger zu belohnen


Ist es angemessen, jedes Jahr 30 % Rendite zu erwarten? Natürlich nicht. Und wenn die Aktien in den letzten Wochen gesunken sind, sollten Sie auch nicht damit rechnen, dass dies der Beginn eines langfristigen Trends ist. Die Verhaltensökonomie sagt uns, dass die jüngsten Ereignisse einen übergroßen Einfluss auf unsere Wahrnehmungen und Entscheidungen haben.


Es ist immer wichtig, eine langfristige Perspektive beizubehalten, insbesondere wenn die Märkte rückläufig sind. Obwohl Aktien kurzfristig steigen und fallen können, tendieren sie dazu, Anleger über längere Zeiträume zu belohnen. Auch unter Berücksichtigung von Abschwüngen ist der S&P 500 über alle Zehnjahreszeiträume von 1937 bis 2019 um 10,47% p.a. gestiegen.


Quellen: Capital Group, Morningstar, Standard & Poor‘s. Stand 31. Dezember 2021.

In volatilen Phasen sind emotionale Entscheidung völlig normal. Anleger, die die Nachrichten ausblenden und sich auf ihre langfristigen Ziele konzentrieren können, sind besser in der Lage, eine kluge Anlagestrategie zu verfolgen.


 


 


Der Bloomberg Barclays U.S. Aggregate Index bildet die Wertentwicklung des Markts für US-Investmentgrade-Anleihen ab.


Der Standard & Poor‘s 500 Composite Index ist ein marktkapitalisierungsgewichteter Index, der aus etwa 500 besonders beliebten Aktien besteht. Der dem S&P 500 Composite („Index”) ist ein Produkt von S&P Dow Jones Indices LLC und/oder seinen Tochterunternehmen und wird von der Capital Group mit Genehmigung genutzt. Copyright © 2021 S&P Dow Jones Indices LLC, ein Unternehmen von S&P Global und/oder seinen Tochtergesellschaften. Alle Rechte vorbehalten. Die Weitergabe oder Vervielfältigung dieses Dokuments oder von Teilen daraus ist nur mit schriftlicher Genehmigung von S&P Dow Jones Indices LLC erlaubt.


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