Als der französische Philosoph René Descartes den Satz „Ich denke, also bin ich“ niederschrieb, dachte er vermutlich nicht an eine mögliche Zukunft, in der Künstliche Intelligenz eine große Rolle spielt. Aber jetzt, da KI die Gesellschaft grundlegend verändert, setzen sich Führungskräfte und interessierte Investoren mit ähnlichen fundamentalen Fragen auseinander – über die Zukunft der Technologie und die möglichen Entwicklungen im Allgemeinen.
Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Volkswirte und Portfoliomanager gebeten, die wichtigsten Fragen zu den Chancen und Risiken von KI zu beantworten. Hier sind die wichtigsten Punkte.
1. Wird der Triumph der KI-Aktien mit einer Tragödie enden?
Mark Casey, Aktienportfoliomanager
Ich bin KI-Optimist und erwarte weitere erfolgreiche Jahre. Aus meiner Sicht befinden wir uns in einem echten Boom. KI ist nicht zu stoppen. Sind einige Aktien überteuert? Ja, sicher. Könnte der KI-Ausbau nachlassen? Absolut.
Aber könnte sich auch die gesamte KI-Wirtschaft als überbewertet erweisen, so wie der Internetsektor 1999 oder Anfang 2000? Ich denke nicht. Erstens sind die Bewertungen einiger KI-Aktien deutlich niedriger als während der Technologieblase. Bei einigen Unternehmen wie NVIDIA, Broadcom oder den Speicherchipherstellern Micron Technology und SK Hynix, die im Bereich KI-Ausbau tätig sind, berücksichtigt der Markt bereits ein langsameres Wachstum und niedrigere künftige Gewinne. Zweitens ist der Teil der Wirtschaft, in dem KI genutzt wird, größer und digitaler als Ende der 1990er, sodass auch das Gewinnpotenzial größer ist. Wie bei den meisten Technologien dürfte sich die Marktführerschaft im Zuge der weiteren Entwicklung verändern.