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Können Nicht-US-Aktien einen starken US-Dollar überwinden?
Steve Caruthers
Especialista de inversión
Steven Sperry
Investment Product Manager

Es lässt sich nicht leugnen, dass der unaufhaltsame Anstieg des US-Dollars für Anleger in Nicht-US-Aktien eine Herausforderung darstellte. Der Effekt der Währungsumrechnung (d. h. Verluste und Gewinne, die sich aus der Umrechnung von Renditen aus Nicht-US-Anlagen in US-Dollar ergeben) hat die Ergebnisse globaler Aktienportfolios belastet.


Währungsschwankungen können sich auf zwei Arten auf die Anleger auswirken. Zusätzlich zu den Umrechnungseffekten auf Portfolioebene können sich auch geschäftliche Auswirkungen auf die Unternehmen innerhalb eines Portfolios ergeben. Ein starker Dollar ist jedoch nicht immer eine schlechte Nachricht für Nicht-US-Unternehmen.


Bestimmte Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten können überproportional von Wechselkursschwankungen profitieren. Je nachdem, wo ein Unternehmen seinen Umsatz erzielt oder seine Kosten anfallen, kann sich die Volatilität der Wechselkurse stark auf die Rentabilität des Unternehmens auswirken. So können Unternehmen, denen erhebliche Kosten in Euro oder Yen entstehen und die einen großen Teil des Umsatzes in US-Dollar erzielen, beispielsweise davon profitieren. In diesem Umfeld ist Research entscheidend, um zu verstehen, wie Wechselkursschwankungen die Rentabilität beeinflussen können. Letztlich sollten Anlageentscheidungen von den Fundamentaldaten des Unternehmens und nicht von kurzfristigen Währungsschwankungen bestimmt werden.


Wie stark ist der US-Dollar?

Quellen: Capital Group, ICE Data Services, MSCI, RIMES. Stand: 19. August 2022.

Ein starker USD kann in beide Richtungen wirken


In der heutigen globalen Wirtschaft verfügen multinationale Unternehmen in der Regel über unterschiedliche geografische Einkommensquellen sowie über Produktionsstandorte und Zulieferer auf der ganzen Welt. Zum 14. September 2022 erwirtschafteten die im S&P 500 Index enthaltenen Unternehmen beispielsweise rund 40 % ihrer Umsätze außerhalb der Vereinigten Staaten. Ist der Dollar stark, kann diese Dynamik die Gewinne dieser Unternehmen unter Druck setzen, da das aus dem Ausland kommende Geld weniger wert ist als bei einem schwachen Dollar.


Umgekehrt kann dies auch für Nicht-US-Unternehmen gelten. Mehrere Sektoren innerhalb des MSCI Europe Index erzielen zum Beispiel beträchtliche Umsätze in US-Dollar. Zu den Branchen, die typischerweise von einer großen Streuung zwischen dem US-Dollar und anderen Währungen profitieren, gehören die Automobilindustrie, die Elektronikindustrie, der Schiffsbau, der Maschinenbau, die Luft- und Raumfahrt und das Verteidigungswesen sowie Luxusgüter.


Viele Nicht-US-Unternehmen erzielen beträchtliche Umsätze in US-Dollar.

Quellen: Capital Group, FactSet, Refinitiv Datastream. Das obige Umsatzrisiko spiegelt den gewichteten Durchschnitt des prozentualen Anteils der in den USA erzielten Umsätze der einzelnen Indexbestandteile wider. Die Liste der Bestandteile entspricht dem Stand vom 23. August 2022; das Umsatzrisiko auf Unternehmensebene wird von FactSet geschätzt und entspricht dem Stand vom Januar 2022.

Zahlreiche konkurrierende Faktoren können die Gewinne über Währungsschwankungen hinaus beeinflussen, und viele Unternehmen sichern ihre Währungsrisiken ab, um ihre Bilanzen vor unerwarteten Schwankungen zu schützen. Es gibt jedoch zahlreiche Beispiele von Nicht-US-Unternehmen, für die der starke Dollar in diesem Jahr ein Gewinnbringer ist. 


Eines davon ist das britische Luft- und Raumfahrtunternehmen BAE, das etwa 47 % seines Umsatzes in Dollar erzielt. Auf der jüngsten Bilanzpressekonferenz von BAE erklärten die Geschäftsführer: „Sollte der derzeitige Dollar(wechsel)kurs das ganze Jahr über anhalten, wird sich dies deutlich positiv auf die Ergebnisse auswirken.“ Würde das Pfund gegenüber dem Dollar weitere 10 Cent verlieren, könnte nach Einschätzung des Unternehmens die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um bis zu 10 % nach oben korrigiert werden.


Der französische Konsumgüterriese LVMH, zu dem der Luxusgüterhersteller Louis Vuitton gehört, liefert ein weiteres überzeugendes Beispiel für die positiven Auswirkungen, die ein starker Dollar auf Nicht-US-Unternehmen haben kann. LVMH (das etwa 27 % seines Umsatzes in Dollar erwirtschaftet) wies kürzlich in einer Aktionärspräsentation darauf hin, dass die Gewinne in der ersten Hälfte des Jahres 2022 durch Währungseffekte um mehr als 400 Mio. EUR gestiegen sind. Im Jahresvergleich entfielen allein auf die Währungseffekte etwa 19 % der Verbesserung des Betriebsergebnisses.


Währungsumrechnung kann Gewinnwachstum bei ausgewählten Unternehmen erhöhen

Quellen: Capital Group, Unternehmensmeldungen. Die oben genannten Zeiträume beziehen sich auf die sechsmonatigen Finanzzeiträume zum 30. Juni 2021 bzw. 30. Juni 2022.

Auch der französische Arzneimittelhersteller Sanofi hat vom starken Dollar profitiert. Das Unternehmen meldete, dass Währungseffekte seinen Umsatz in der ersten Jahreshälfte 2022 um fast 1 Mrd. EUR steigerten und den Gewinn pro Aktie um 0,19 EUR erhöhten. 


Der Dollar dürfte stark bleiben


Diese Faktoren werden wahrscheinlich noch eine Zeit lang relevant sein. Laut Jens Sondergaard, Währungsanalyst der Capital Group, steigt der Dollar aus gutem Grund und hat seinen Höhepunkt möglicherweise noch nicht erreicht. Er erklärt, dass die Wirtschaft der USA ist stärker als die anderer großer Länder, und die U.S. Federal Reserve strafft ihre Geldpolitik aggressiv, um die Folgen des Inflationsdruck abzufedern.


In anderen Teilen der Welt sieht das ganz anders aus. Außerhalb der USA ist das Wachstum schwach, die Inflation wird hauptsächlich von den Energiepreisen angetrieben und die Reallöhne sind stark gedrückt. Infolgedessen sehen sich die Zentralbanken zu Zinserhöhungen gezwungen, die Sondergaard als „schlecht“ bezeichnet.


Der Aufstieg des Dollars scheint sich fortzusetzen

Quellen: Capital Group, ICE Data Services, Refinitiv Datastream. Stand: 29. Juli 2022. 

Die Absicherung von Aktien kann eine Herausforderung sein


Was den Währungsumrechnungseffekt betrifft, so können Anleger, die die Wechselkursvolatilität abmildern wollen, natürlich eine Absicherungsstrategie verfolgen (bei der in der Regel Devisenterminkontrakte eingesetzt werden). Eine Absicherung kann sinnvoll sein, wenn Anleger der Ansicht sind, dass eine bestimmte Währung entweder unter- oder überbewertet ist, oder um das Währungsrisiko zu verringern.


Viele Studien haben jedoch gezeigt, dass sich die Absicherung von Aktien möglicherweise nicht lohnt. Diese Währungsstrategien haben in der Regel einen relativ geringen Einfluss auf die längerfristige Volatilität und Rendite eines Aktienportfolios. Anders verhält es sich bei Anleihenportfolios, wo Währungen eine bedeutendere Risiko- und Ertragsquelle darstellen können. Bei festverzinslichen Wertpapieren kann eine Währungsabsicherung wirksam sein, je nachdem, wie ein Anleger die Währungen in bestimmten Märkten einschätzt.


US-Aktien haben sich in der Vergangenheit gut entwickelt, wenn der Kongress gespalten ist

Quellen: Capital Group, Strategas. Stand 31. Dezember 2021. Eine vereinigte Regierung (Unified Government) bedeutet, dass das Weiße Haus, das Repräsentantenhaus und der Senat von derselben politischen Partei kontrolliert werden. Ein vereinigter Kongress (Unified Congress) bedeutet, dass das Repräsentantenhaus und der Senat von derselben Partei kontrolliert werden, das Weiße Haus aber von der anderen Partei .

Fazit 


Eine aktive Verwaltung kann Aufschluss darüber geben, welche Unternehmen von einem starken Dollar profitieren könnten. Die massiven Währungsschwankungen in diesem Jahr verschaffen bestimmten Unternehmen Rückenwind, und die Auswirkungen einer Dollaraufwertung können sehr unterschiedlich sein. Unserer Ansicht nach ist Research der Schlüssel zur Beurteilung der wahrscheinlichen Auswirkungen von Währungen auf die Aussichten eines bestimmten Unternehmens und das Renditepotenzial seiner Aktien.



Steve Caruthers es especialista de inversión en renta variable y cuenta con 24 años de experiencia en el sector. Tiene un MBA por la Universidad de Missouri-Kansas City y una licenciatura por la Universidad de Kansas. Es analista financiero colegiado (CFA).

Steven Sperry es un gestor de productos de inversión con 10 años de experiencia en el sector. Tiene una licenciatura en negocios globales: Administración financiera de la Universidad Estatal de Arizona. También cuenta con la titulación de Chartered Financial Analyst®.


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