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Was bedeutet die bislang einzigartige Geld- und Fiskalpolitik für die Inflation?
Andrew Cormack
Anleihenportfoliomanager
Im Überblick
  • Finanzmärkte und Wirtschaft scheinen sich immer weiter auseinanderzuentwickeln. Wenn sich die Konjunktur noch sehr viel stärker erholt, könnten manche Assetklassen nachgeben – etwa Investmentgrade-Unternehmensanleihen und High Yield.
  • Bei US-Leitzinsen nahe null scheinen die Währungen von Ländern mit mehr Wachstum und höheren Realzinsen attraktiver.
  • Länder, die die Pandemie gut überstanden haben, bieten höhere Realrenditen und attraktive Anlagechancen. 

Seit Beginn des größten Impfprogramms aller Zeiten scheinen Investoren dessen logistische Herausforderungen ebenso zu ignorieren wie die Konjunkturrisiken durch strengere Lockdowns nach dem winterlichen Anstieg der Infektionen auf der Nordhalbkugel. Der S&P 500 notiert nur knapp unter seinem Allzeithoch, und die Spreads vieler InvestmentgradeUnternehmensanleihen sind wieder so niedrig wie vor Corona. Seit Beginn des größten Impfprogramms aller Zeiten scheinen Investoren dessen logistische Herausforderungen ebenso zu ignorieren wie die Konjunkturrisiken durch strengere Lockdowns nach dem winterlichen Anstieg der Infektionen auf der Nordhalbkugel. Der S&P 500 notiert nur knapp unter seinem Allzeithoch, und die Spreads vieler InvestmentgradeUnternehmensanleihen sind wieder so niedrig wie vor Corona. 

 

Die Inflation dürfte niedrig bleiben, aber manches spricht auch für eine höhere Teuerung 


Entscheidend ist, was aus den Langfristtrends wird, die die Märkte zu Beginn der Pandemie bestimmt hatten. Werden sie anhalten, sich vielleicht sogar beschleunigen, oder werden sie sich umkehren? Davon hängt ab, ob die Inflation niedrig bleibt oder strukturell steigt. 

 

Mögliche Preistreiber


Notenbankpolitik: Da sich die Outputlücken in den Industrieländern nur langsam geschlossen haben, spricht viel für eine zu restriktive Geldpolitik in den letzten zehn Jahren. Das dürfte sich jetzt ändern. Mit dem Wechsel der Fed zur Steuerung der Durchschnittsinflation (Average Inflation Targeting) spricht viel dafür, dass die Geldpolitik in Zukunft eine höhere Teuerung akzeptieren wird – zumal auch andere Notenbanken auf eine Niedrig- bzw. Negativzinspolitik und Quantitative Easing setzen. 2008, nach der weltweiten Finanzkrise, hat die expansive Fiskalpolitik zwar nicht zur Inflation geführt, aber jetzt ist die Lage völlig anders. Diesmal werden die Banken zu einer höheren Kreditvergabe an Unternehmen ermutigt, und die Haushaltsfinanzen sind wesentlich gesünder. 


Geldangebot: Die Wirtschaftstheorie postuliert, dass ein starkes Geldmengenwachstum zu Inflation führen kann. Die Notenbankreaktionen auf Corona haben die Geldmenge weltweit in einem noch nie dagewesenen Umfang steigen lassen.


Globalisierung: In den letzten 30 Jahren hat die Globalisierung den Preisauftrieb gedämpft. Zuletzt war sie aber eher rückläufig, was sich etwa im nachhaltigen Rückgang des Welthandels zeigt. Corona hat gezeigt, dass eine starke Abhängigkeit von ausländischen Waren problematisch sein kann. Die Repatriierung der Produktion teils systemrelevanter Güter dürfte in Zukunft eher für eine höhere Teuerung sorgen.

 

Unklare Faktoren 


Fiskalpolitik: Eine höhere Inflation verringert die realen Staatsschulden und Haushaltsdefizite. Regierungen haben daher einen starken Anreiz, ihre Schuldenlast durch eine höhere Teuerung zu senken. Anders als nach der internationalen Finanzkrise fürchtet man aber, dass die Geldpolitik jetzt an ihre Grenzen stößt. Bei der Förderung von Wachstum und Inflation kommt der Fiskalpolitik daher eine wichtigere Rolle zu. Wenn der Staat zugunsten einkommensschwächerer Haushalte umverteilt, könnte die Inflation steigen, da sie meist eine höhere Konsumquote haben.



Anhaltende Transfers zugunsten ärmerer Haushalte dürften also preistreibend wirken. Andererseits könnte eine expansive Fiskalpolitik weniger drängend scheinen, wenn sich der Weltwirtschaftsausblick verbessert. Je wirksamer die Impfstoffe sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass man zu hohe Haushaltsdefizite auch in Zukunft vermeiden wird.


 


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Andrew Cormack ist Anleihenportfoliomanager bei der Capital Group. Er hat einen Abschluss in Versicherungsmathematik von der London School of Economics and Political Science (LSE) und hat das Investment Management Certificate. Cormack arbeitet in London.


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