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Aktien
Dividendenboom in den Emerging Markets?
Valeria Vine
Investmentdirektorin
Im Überblick
  • Die Emerging Markets liefern heute solide, krisenfeste Dividenden, auch wenn die Unternehmen wegen COVID-19 weltweit weniger ausschütteten.
  • Entscheidend für die Dividenden der Emerging-Market-Unternehmen sind ihre guten Finanzen und die Fortschritte der Corporate Governance.
  • Die große Vielfalt der Länder und Unternehmen in den Emerging Markets macht die Einzelwertauswahl umso wichtiger.

Seit COVID-19 die Märkte vor über einem Jahr einbrechen ließ, hatten es dividendenstarke Aktien nicht leicht. Doch trotz aller schlechten Nachrichten über Kürzungen und Aussetzungen blieben die Dividenden der Emerging-Market-Unternehmen in der Pandemie recht stabil. In dieser Studie nennt Investmentdirektorin Valeria Vine die Gründe dafür und analysiert die Chancen auf hohes Dividendenwachstum.


Die Gesamtzahlen sind enttäuschend: Weltweit gingen die Dividenden 2020 um 12,1% zurück,1 da Corona viele Länder in einen längeren Lockdown zwang. Die unfreiwillige Untätigkeit trieb viele Unternehmen dazu, Barmittel zu horten, sodass sie ihre Dividenden kürzten oder aussetzten. Weltweit hat eines von fünf Unternehmen seine Dividenden gesenkt, und eines von acht hat sie 2020 ganz ausfallen lassen.1


Etwas anders sieht es aus, wenn man nach Regionen differenziert. Zwar ging Corona an keinem Land spurlos vorüber, doch waren die Auswirkungen auf die Dividenden sehr verschieden. Wie die Abbildung unten zeigt, hatten britische Unternehmen ihre Dividenden 2020 um enorme 40% gekürzt. Auch in Kontinentaleuropa wurden sie drastisch gesenkt, um 31,9%.1


Ganz anders war es in Nordamerika (+2,5%) und Japan ( 5,6%). Tatsächlich war Nordamerika die einzige Region, wo die Dividenden 2020 im Schnitt angehoben wurden. Allerdings gab es weniger Aktienrückkäufe: 2020 kauften S&P-500-Unternehmen nur für 519,7 Milliarden US-Dollar Aktien zurück, 28,7% weniger als im Vorjahr. Dies zeigt, dass auch US-Unternehmen Barmittel horteten, dabei aber anders vorgingen.


Leichter zu erklären ist die Entwicklung in Japan. Hier wirtschaften die Unternehmen traditionell recht vorsichtig und halten daher ohnehin höhere Barmittel¬bestände.


Unternehmen halten sich mit Dividendenausschüttungen im Jahr 2020 zurück


Stabilität in den Emerging Markets trotz Volatilität


Eine der wichtigsten Entwicklungen in der Coronakrise war die expansive Geldpolitik zur Stützung der Konjunktur. „Lower for longer” war die Devise, und die niedrigen Zinsen bestimmten das Marktklima maßgeblich. Investoren, die auf laufende Erträge angewiesen sind, prüften zunehmend Alternativen zu Anleihen und interessierten sich immer mehr für dividendenstarke Aktien.


Eine wichtige Lehre aus dem Jahr 2020 war aber, dass man auch hier diversifizieren muss. In klassischen Anlageregionen wie Kontinentaleuropa und Großbritannien sind die Dividenden 2020 nämlich eingebrochen. Wesentlich stabiler waren die Ausschüttungen in den Emerging Markets, wo das Minus nur 8,8% betrug.


Dies lag vor allem daran, dass Nordasien, das etwa 65% des MSCI EM Index ausmacht3, Corona wesentlich schneller hinter sich gelassen hat als andere Regionen. In weiten Teilen Europas und in Nordamerika wurden die Kontaktbeschränkungen erst in den letzten Monaten allmählich gelockert. In China waren Wirtschaft und Industrieproduktion aber schon vor über einem Jahr fast wieder so hoch wie vor der Pandemie. Nach offiziellen Regierungsangaben arbeiteten am 15. April 2020, also nur gut einen Monat nach dem COVID-19-Ausbruch in Europa und Nordamerika4, bereits wieder 84% der kleinen und mittleren Unternehmen und sogar 99% der großen Industrieunternehmen.5


 


1. Quelle: Janus Henderson Global Dividend Index, Bericht Mai 2021, Ausgabe 30


2. Quelle: S&P Dow Jones


3. Stand 30. Juni 2021. In dieser Studie meint „Nordasien“ China, Taiwan und Südkorea. Quelle: MSCI


4. Bezogen auf März 2020, als die WHO COVID-19 als Pandemie einstufte.


5. Quelle: National Bureau of Statistics of China


 


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  • Je nach Strategie können Risiken bei Investitionen in festverzinslichen Wertpapieren, Derivate, Emerging Markets und/oder High-Yield-Anleihen auftreten. Emerging-Market-Anlagen sind volatil und ggf. auch illiquide.


Valeria Vine ist Investmentexpertin bei der Capital Group. Sie hat zwölf Jahre Branchenerfahrung und ist seit fünf Jahren im Unternehmen. Zuvor war Vine Managementberaterin bei Ernst & Young, davor Senior Consultant bei FactSet. Sie hat einen Master in Bankwesen und International Finance von der Cass Business School und einen Bachelor in Volkswirtschaft von der University of Nottingham. Außerdem ist sie CFA®. Vine arbeitet in London.
 


 

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