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Investmentperspektiven der Capital Group

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ESG
Wir setzen auf Engagement, um bessere langfristige Ergebnisse zu erzielen
Matt Lanstone
ESG Head of Research and Investing
Im Überblick
  • Unserer Ansicht nach kann Engagement positivere Auswirkungen haben als Ausschlüsse.
  • Unsere Analysten befürworten eine Anlagepolitik, die Anlegern, Unternehmen und der Umwelt zum Vorteil gereicht.
  • Unser intensives Research kann Probleme zutage fördern und Gelegenheiten finden, und wir sind in der Lage, unsere Erkenntnisse umzusetzen.

Bei Capital Group steht unsere Herangehensweise an ökologische und gesellschaftliche Themen sowie die Corporate Governance (ESG) im Mittelpunkt unseres gesamten Anlageprozesses. Wir blicken über die jeweilige einzelne Emission hinaus und betrachten jede unserer Anlagen aus einer ganzheitlichen Perspektive, wobei wir nach Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen suchen.


Wir beziehen ESG-Fragen durch einen systematischen Prozess aus drei miteinander verknüpften Komponenten in unseren Anlageansatz mit ein: Unsere Sektoranalysten definieren die für jede Branche wesentlichen ESG-Themen. Sie beziehen sich auch auf externe Rating-Systeme, um auf problematische Unternehmen und Emittenten aufmerksam zu machen, und wir führen regelmäßige Gespräche mit den Managementteams. Jedes dieser drei Elemente verstärkt die anderen und erzeugt so einen geschlossenen Überprüfungskreislauf.


 


Die Grundlage unserer Anlageentscheidungen war von jeher die tiefgreifende Fundamentalanalyse, wozu ein oft jahrzehntelanges Engagement mit Managemetteams gehört. Unser intensives Research und unsere langfristigen Haltedauern führen naturgemäß zu produktiven Beziehungen mit Unternehmen und Emittenten und bescheren und Zugang und Glaubwürdigkeit. Aus dieser Position heraus haben wir festgestellt, dass Engagement häufig ein effektiverer Impulsgeber für Veränderungen sein kann als ein Ausschluss,da wir die Unternehmen dahingehend beeinflussen können, ESG-Themen in ihrer Strategie zu berücksichtigen. Wir werden üblicherweise als wertvoller Gesprächspartner geschätzt, der die Herangehensweise des Managements an ESG-Themen unterstützen und beraten, oftmals jedoch auch infrage stellen kann. Unternehmen erkennen unsere Entschlossenheit an und empfinden das Engagement mit Capital Group als für beide Seiten vorteilhaft.


Ich selbst befasse mich beispielsweise seit über 20 Jahren mit der Öl- und Gasindustrie. Als ein großer Ölkonzern kürzlich einen neuen CEO berufen hat, kannte ich ihn bereits gut. In der Frühphase der Entwicklung seiner ESG-Geschäftsstrategie zog er mich zu Rate. Gemeinsam mit ein paar Kollegen der Capital Group hielt ich eine hervorragende Sitzung in seinem Büro ab und wir besprachen eine breite Palette von ESG-Themen, wobei der Klimaschutz selbstverständlich an erster Stelle stand. Der CEO schätzte, dass wir genau wie er selbst über einen Anlagehorizont verfügen, der weit über das nächste Quartal oder Geschäftsjahr hinausgeht.


 


Als das Unternehmen später eine neue Herangehensweise an die langfristige Strategie und ESG-Probleme vorstellte, wozu auch ein verstärkter Schwerpunkt auf erneuerbare Energien zählte, nannte es Capital Group als einen der wichtigen Gesprächspartner, die zur Entwicklung des neuen Geschäftsmodells beigetragen hatten.


Unsere oberste Priorität sind unsere Anleger. Daher sind wir bestrebt, dafür zu sorgen, dass unsere Beteiligungsunternehmen auf lange Sicht weiter wachsen und sich verbessern und dabei ihre Wettbewerbsvorteile erhalten. Wir unterstützen nachhaltige Geschäftspläne und vorausschauende Philosophien, die ESG-Fragen typischerweise mit einbeziehen. Im Falle der Energiegesellschaften fördern wir einen Wandel hin zu erneuerbaren Energien — und stellen ihn auch bereits fest. Dies entspricht den Bedürfnissen des Marktes und würde wahrscheinlich auch für Anleger, das Unternehmen und die Umwelt von Vorteil sein. Natürlich untersuchen wir weiterhin die Finanzerträge, die Unternehmen potenziell mit diesen Anlagen erzielen können.




Der Wert der Erfahrung


Betrachten Sie die Tatsache, dass wir mehr als 200 Investmentanalysten mit einer Erfahrung von durchschnittlich 14 Jahren haben. Unsere mehr als 100 Portfoliomanager haben im Durchschnitt sogar 27 Jahre Erfahrung1. Vergleichen Sie das mit der mittleren Amtszeit eines CEO2. Jedes Engagement mit dem Management — sei es bei einem kleinen Start-up oder einem globalen Konzern — wird mit anderen Analysten geteilt, dokumentiert und dient als Verweis für weitere Gespräche. Wir bauen unsere intensiven Kenntnisse von Branchen, Unternehmen,  Emittenten, Regionen und Märkten weiter aus.


Wir vermeiden Pauschalurteile über gesamte Branchen, da sich die Auswahl von Unternehmen und Branchen nicht auf einzelne Emissionen reduzieren lässt. Zwar mögen es einige umweltorientierte Anleger beispielsweise vermeiden, ihr Kapital im Bereich der fossilen Brennstoffe einzubringen, doch wir investieren weiterhin in diejenigen Öl- und Gasgesellschaften, die sich mit den Problemen auseinandersetzen und stimmig an die „Energiewende“ herangehen. Durch unser Engagement
mit diesen Unternehmen können wir dazu beitragen, eine Zukunft zu schaffen, die weniger von  fossilen Brennstoffen abhängig ist und trotzdem den Energiebedarf der Welt deckt. Ein anderes Beispiel: Vielleicht schließen wir nicht die Tabakindustrie aus, doch ermutigen wir solche Unternehmen, die weniger gefährliche Produkte entwickeln.


In gleicher Weise gehen wir nicht davon aus, dass jedes klimabewusste Unternehmen frei von Herausforderungen im gesellschaftlichen oder Corporate Governance-Bereich ist. Während sich ökologsiche Anleger verständlicherweise von klimabewussten Branchen wie Windparks, Solarenergie oder Elektroautos angezogen fühlen, untersuchen wir auch, wie jedes dieser Unternehmen seine Mitarbeiter und Aktionäre behandelt. Dementsprechend investieren wir.


Es gibt andere Branchen, in denen eine gründliche Betrachtung der ESG-Fragen über einen einfachen Ausschluss hinausgeht. Versorger, industrielle Hersteller und Bergbaugesellschaften sind gute Beispiele dafür. Wir haben in der Tat mit zahlreichen Unternehmen zusammengearbeitet, um die problematischsten ESG-Bedenken in bestimmten Branchen zu definieren, da unsere Analysten einen Rahmen für die Überprüfung jedes Sektors erstellen. Ein Unternehmen oder eine Branche einfach aufzugeben, gibt uns nicht die Möglichkeit, den Wandel zu beeinflussen, sondern würde einfach nur den Status quo erhalten.


Zusammenfassend besteht unser Investmentprozess aus verschiedenen Schichten von Research und fortwährendem Engagement. Wir glauben, dass die Zusammenarbeit mit dem Management langfristig eine positivere Wirkung hervorbringt.


 


Stimmrechtsausübung


Unser wechselseitiges Engagement mit dem Management ist auch ein Faktor für unsere Vertretung der Aktionäre bei der Stimmrechtsausübung. Wir verfügen nicht nur über Wissen, sondern auch über eine gewisse Größe. Die Investitionsgesellschaften von Capital Group zählen häufig zu den größten Aktionären eines Unternehmens. Unsere Stimmen zeigen also Wirkung. Eigentum bringt Verantwortung mit sich — und auch eine direkte Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten und Einfluss zu nehmen.


Wir haben eine solide Politik zur Unternehmensführung und bemühen uns nach Kräften, unsere Meinung zu wichtigen Fragen, einschließlich Umwelt- und Ethikproblemen, weiterzuentwickeln und zur Diskussion zu stellen. 2020 hielten unsere Portfoliomanager und Analysten mehr als 20.000 Meetings mit Managementteams ab. Daneben tauschten sich unsere Investmentexperten, 17 Spezialisten für Governance-Analyse und Proxy (GAP)-Experten sowie 14 ESG-Spezialisten mit mehr als 400 Unternehmen speziell über ESG-Themen aus.


Unserer Auffassung nach können diese Gespräche — zusammen mit den Research-Besuchen und persönlichen Treffen — effektiver sein als die Stimmrechtsausübung selbst. Dank unserem kontinuierlichen Engagement im Hintergrund machen wir unsere Haltung deutlich und können Inhalt und Wortlaut eines Vorschlags beeinflussen, noch bevor er zur Abstimmung vorgelegt wird.


Der menschliche Aspekt


AAls großer und angesehener aktiver Assetmanager sitzen wir nicht nur mit am Tisch, sondern können auch etwas bewirken. Im Gegensatz zu passiven Indexfonds können wir auf Grundlage unserer Erkenntnisse aus erster Hand Mittel investieren oder abziehen. Wir glauben, dass unser detaillierter Einzelfallansatz von besonderer Bedeutung ist, wenn eine derartige Vielzahl passiver Anlageinstrumente das menschliche Urteil ausklammert. In Fällen, in denen wir eine strategische, wesentliche Verpflichtung zu ESG-Themen erkennen, die einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil begründen kann, sind wir in der Lage, unsere Investition zu erhöhen. Umgekehrt können wir Unternehmen meiden, die sich nur unwesentlich für ESG-Kriterien einsetzen. Das ist ein Weg, wie unser Investmentansatz unseren Anlegern dabei helfen kann, einem Index immer einen Schritt voraus zu sein, der ja nicht in der Lage ist, die Asset-Allokation einfach aufgrund neuer Informationen über seine festgelegten Komponenten umzuschichten. Unter Umständen erkennen wir Probleme, bevor sie für andere offensichtlich werden, und wir können Chancen entdecken, die andere verpassen.


Wichtig dabei ist, dass unsere Sicht der Emittenten nicht statisch ist. Wenn wir Unternehmen identifizieren, die sich trotz niedriger ESG-Punktwerte verstärkt einer bedeutenden Verbesserung verschrieben haben, können wir in diesen Aufwärtstrend investieren, wovon unsere Anleger profitieren, wenn die Veränderungen positiv in die Bewertungen eines Unternehmens eingepreist werden. Es gibt auch Unternehmen mit hohen ESG-Ratings, mit denen wir nicht einverstanden sind.


Wir besuchen nicht nur Managementteams, wir verbringen auch Zeit mit ihren Mitarbeitern, Wettbewerbern und Lieferanten. Diese Zusammenkünfte verschaffen uns ein umfassenderes Verständnis der inneren Abläufe und Interessengruppen eines Unternehmens.


Als Beispiel haben wir kürzlich die Investition in einem bekannten Einzelhändler gemieden, da unser Research vor Ort Fragen hinsichtlich der Lieferketten und der Nachhaltigkeit der Margen aufgeworfen hat. Trotz der hohen externen Ratings des Unternehmens haben spätere Nachrichten und Anschuldigen bezüglich der Lieferkette das Vorgehen unserer Analysten im Nachhinein bestätigt.


Umgekehrt können die vergangenen Fehler eines Unternehmens zukünftiges Potenzial mit sich bringen, wenn gesamte Managementteams ausgetauscht werden. Wir können uns mit der neuen Leitung zusammensetzen und ihre zukünftigen Handlungen beeinflussen, indem wir überlegen, wie sich der Wert eines Unternehmens im Zuge der Transformation entwickeln kann.


Werden wir alle möglichen Fallstricke vermeiden? Wahrscheinlich nicht. Aber ohne unser hartnäckiges Research würden wir erst gar keine aufdecken. Haben wir Gelegenheiten verpasst? Vielleicht. Wir sind jedoch überzeugt, dass unsere umfassenden Researchbemühungen andere vielversprechende Anlagen auftun.


Seit 90 Jahren liegt der Fokus von Capital Group auf langfristigen Investitionen. Das bedeutet, Unternehmen mit zukunftsorientierten Geschäftsmodellen und einer durchdachten Herangehensweise an ESG-Themen zu finden. Wir sind bestrebt, unseren Einfluss zu nutzen, um Unternehmen und Emittenten — und sogar ganze Industrien — zur ständigen Verbesserung zu animieren. Das bringt die Pflege bestehender Beziehungen und ständiges Engagement mit sich, um aktiv darauf hinzuarbeiten, das Leben unserer Anleger zu bereichern.


 


1.Stand: 31. Dezember 2020.


2.Quelle: Strategie&, „2018 CEO Success study“.


Stand aller Daten, Dezember 2020 (falls nicht anders angegeben).


Die Capital Group managt Aktien in drei Investmenteinheiten, die ihre Anlageentscheidungen unabhängig treffen und unabhängig auf Hauptversammlungen abstimmen. Die Anleihespezialisten sind für das Anleiheresearch und das Anleihemanagement im gesamten Unternehmen verantwortlich. Bei aktienähnlichen Anleihen werden sie aber ausschließlich für eine der drei Einheiten tätig.



Matt Lanstone ist Global Head of Research and Investing bei ESG mit 28 Jahren Branchenerfahrung. Er hat einen Bachelor-Abschluss mit Prädikat in Volkswirtschaft und Rechnungswesen von der Universität Bristol.


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