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Investmentperspektiven der Capital Group

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Wie hoch sind die Kosten von ESG-Anleihen?
Tara Torrens
Anleihenportfoliomanagerin
Omer Brav
Quantitativer Analyst

Um zu zeigen, dass sie ESG ernst nehmen, investieren immer mehr Anleger in grüne, soziale oder nachhaltige Anleihen, kurz ESG-Anleihen. Vergleichen wir sie deshalb mit klassischen festverzinslichen Wertpapieren: Müssen Investoren  eine Nachhaltigkeitsprämie zahlen, und falls ja, was sind die Alternativen?


Nach unseren Analysen sind die Spreads von ESG-Anleihen niedriger. Deshalb und wegen der mangelnden Standardisierung des ESG-Anleihenmarktes halten wir einen umfassenderen ESG-Ansatz für sinnvoller, der neben dem E auch das S und das G aufgreift.


Was sind ESG-Anleihen?


Auch wenn es keinen wirklichen Standard für ESG-Anleihen gibt, ist man sich weitgehend einig, dass ihre Erlöse der Finanzierung von Nachhaltigkeitsprojekten dienen sollen.


Besichert werden ESG-Anleihen in der Regel mit den Aktiva des Emittenten, sodass sich die Ratings nicht von denen klassischer Anleihen unterscheiden. Auch die Kreditrisiken sind gleich.


Weil aber die Erlösverwendung nicht standardisiert ist, handhaben die Emittenten sie unterschiedlich. Eine aktuelle grüne Anleihe eines Industrieunternehmens mit High-Yield-Rating zeigt anschaulich, dass man genau prüfen muss, was sich hinter dem Label verbirgt.


 

  • Explizit heißt es, dass die Emissionserlöse nicht auf einem separaten Konto gehalten werden und auch nicht zwingend der Finanzierung grüner Projekte dienen müssen.
  • Es gibt auch keine Liste mit konkreten grünen Projekten, für die die Emissionserlöse verwendet werden. Stattdessen werden in allgemeiner Form laufende Aktivitäten genannt, in die die Mittel bei Bedarf fließen können.
  • Klare ESG- und Umweltziele fehlen ebenso wie Mindeststandards, die der Emittent einhalten muss.
  • Den Investoren wird kein höherer Coupon für den Fall zugesagt, dass die Erlöse nicht in grüne Projekte fließen oder die ESG-Ziele nicht erreicht werden.
  • Es wird kein Default festgestellt, wenn die Erlöse nicht für grüne Projekte verwendet werden. Die Gläubiger haben nach ihrer Investition also keinerlei Druckmittel mehr.
  • Nach unseren Schätzungen war der Emissionsspread dieser „grünen“ Anleihe etwa 25 Basispunkte niedriger als bei einer klassischen Anleihe desselben Emittenten./li>

 


Emissionen grüner Anleihen


Quelle: Bloomberg. Stand Juni 2021. 


Wie wirkt sich ESG auf ein Wertpapier aus?


Um die ESG-Qualität eines Wertpapiers abzuschätzen, muss man letztlich zwei Titel miteinander vergleichen, die sich nur in diesem einen Punkt unterscheiden. Bei Aktien ist das sehr schwierig, weil es keine zwei ansonsten identischen Unternehmen gibt. Es erscheint kaum möglich, Bewertungsunterschiede eindeutig ESG-Faktoren zuzuordnen.


Bei Anleihen ist es anders. Die Bewertungsdifferenz zwischen einer klassischen Anleihe und einer ESG-Anleihe ist leicht zu ermitteln, wenn die beiden Titel von demselben Emittenten stammen. Dann lässt sich leicht feststellen, welche Auswirkungen ESG-Faktoren haben und was insbesondere die Klassifizierung als ESG-Anleihe bewirkt (auch wenn es keinen einheitlichen Standard gibt). Vor allem lässt sich erkennen, ob die Spreads von ESG-Anleihen im Schnitt niedriger sind als die von klassischen Anleihen.


 


 


Risikofaktoren, die vor einer Anlage zu beachten sind:

  • Diese Präsentation ist keine Investmentberatung oder persönliche Empfehlung.
  • Der Wert von Anlagen und Erträgen kann schwanken, sodass Anleger ihr investiertes Kapital möglicherweise nicht oder nicht vollständig zurückerhalten.
  • Die Ergebnisse der Vergangenheit sind kein Hinweis auf künftige Ergebnisse.
  • Wenn Ihre Anlagewährung gegenüber der Währung aufwertet, in der die Anlagen des Fonds denominiert sind, verliert Ihre Anlage an Wert. Durch Währungsabsicherung wird versucht, dies zu begrenzen, aber es gibt keine Garantie, dass die Absicherung vollständig erfolgreich ist.
  • Der Verkaufsprospekt und die Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) nennen zusätzliche Risiken. Je nach Fonds können dazu auch die Risiken von Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren, Derivative, Emerging Markets und/oder High-Yield-Anleihen zählen. Die Märkte der Emerging-Market-Länder sind volatil und können illiquide werden.


Tara L. Torrens ist Anleihenportfoliomanagerin bei der Capital Group. Sie hat 17 Jahre Investmenterfahrung ausschließlich in unserem Unternehmen. Sie hat einen Master und einen Bachelor in Finanzen von der University of Wisconsin-Madison. Außerdem ist sie CFA®. Torrens arbeitet in New York.

Omer Brav ist quantitativer Analyst bei der Capital Group mit Schwerpunkt Anleihen. Er hat einen PhD und einen Master in Finanzen von der Wharton School der University of Pennsylvania sowie einen MBA von der Universität Tel Aviv und einen Bachelor in Maschinenbau vom Israel Institute of Technology. Brav arbeitet in New York.


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