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Investmentperspektiven der Capital Group

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Neubeginn oder Erholung? Wie sehr verändert sich die Welt?
Talha Khan
Politischer Volkswirt
Robert Lind
Volkswirt
Richard Carlyle
Spezialist für Investitionen
Im Überblick
  • Mit dem Ende der Lockdowns ist eine starke Konjunkturerholung zu erwarten. Kurzfristig könnte die Inflation zulegen. Der Zinsanstieg dürfte sich aber in Grenzen halten.
  • An den Finanzmärkten sieht man nach vorn. Die Kurse bilden den Nachfragestau und das Wachstumspotenzial neuer innovativer Unternehmen ab.
  • Corona wird die Weltpolitik noch länger beeinflussen. Kurzfristig dürfte die Politik weiter für Volatilität sorgen.

In London haben wir mit drei Experten der Capital Group darüber gesprochen, inwieweit die Welt nach Corona anders sein wird: mit unserem politischen Volkswirt Talha Khan, mit Europa-Chefvolkswirt Robert Lind und mit AktienInvestmentdirektor Richard Carlyle. Lesen Sie ihre Einschätzungen zu den Auswirkungen von Corona auf Wirtschaft, Politik und Märkte in diesem Jahr und darüber hinaus.


Was sind die wichtigsten weltpolitischen Folgen von Corona?


Talha Khan: Es wird noch einige Jahre dauern, bis wir das genau wissen. Noch ist das bislang einzigartige Experiment staatlicher Lockdowns nicht zu Ende, und es gibt keinen Präzedenzfall. Einerseits gewähren die Regierungen die nötigen Wirtschaftshilfen und schützen die Gesundheit. Die enorme Zahl von Beziehern staatlicher Lohnersatzleistungen, das Ausmaß der Hilfspakete sowie die anschwellenden Defizite und Schulden sprechen dafür, dass die konservative Fiskalpolitik vorbei ist. Ein echter Paradigmenwechsel hat stattgefunden. Wenn der Staat Aufgaben an sich zieht, gilt das nicht mehr als Problem, sondern als Notwendigkeit, um zukunftsfähig zu sein. In den letzten Jahren zählten Kultur und Identität, aber nach Corona dürfte die Wirtschaft wieder auf dem ersten Platz stehen. Der asymmetrische COVID-19-Schock bedeutet aber auch, dass die Politik wohl für recht viel Unruhe und Volatilität sorgen wird.


Welche weltpolitischen Folgen erwarten Sie? Welche Länder könnten Coronagewinner sein, welche Coronaverlierer?


Talha Khan: Abgesehen von den enormen Leistungen der Wissenschaft, die über Ländergrenzen hinweg wirksame Impfstoffe entwickelt hat, scheint die Pandemie eher für mehr Protektionismus gesorgt zu haben. Das Hemd ist näher als der Rock. Eine nachvollziehbare Haltung in Krisenzeiten: Groß ist die Versuchung, sich einzuigeln und nach innen zu sehen. Aber das kann teuer werden.


Letztes Jahr hat China die vermeintliche Schwäche der USA und seine offensichtlichen Defizite bei der Eindämmung von Corona genutzt, um international die Muskeln spielen zu lassen. Überall hat das Land finanzielle und medizinische Hilfe angeboten, zugleich aber im Himalaya-Konflikt mit Indien mit dem Säbel gerasselt. Und China ist massiv gegen Dissidenten in Hongkong und Xinjiang vorgegangen.


Mit der Eindämmung von Corona scheint China ein Sieg gelungen zu sein, doch das zunehmend selbstbewusste Auftreten führt weltweit zu Kritik. In weiten Teilen Asiens, Europas und Nordamerikas wird die chinesische Politik überwiegend kritisch gesehen. Die Beziehungen Großbritanniens, Deutschlands, Japans, Aus-traliens und Indiens zu Peking haben sich deutlich verschlechtert. Alles in allem bleibt unklar, ob China seine Machtposition zuletzt wirklich gestärkt hat.


Ist Europa ein Gewinner oder Verlierer?


Talha Khan: Nach wie vor könnte Europa viel mehr Gewicht haben, wenn es nur wollte. Nach einem schwachen Beginn hat Europa aber deutlich besser auf Corona reagiert, als viele erwartet hatten. Die Europäische Union hat sicher ihre Probleme, aber sie hat die vielleicht schwerste Krise seit ihrer Gründung bestanden. Das bestätigt ihr Stehvermögen. Auch hat die Pandemie einmal mehr gezeigt, dass Europa seinen eigenen Weg gehen muss, unabhängig von China und den USA. Das ist erfreulich, und da auch die Wirtschaftspolitik gut und glaubwürdig war, ist die EU alles in allem gestärkt aus der Krise hervorgegangen.



 

 

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Talha Khan ist politischer Volkswirt bei der Capital Group, verantwortlich für den Euroraum und allgemeine weltpolitische Fragen. Er hat zwölf Jahre Investmenterfahrung ausschließlich bei Capital. Er hat einen Master in Internationaler Volkswirtschaftslehre von der London School of Economics and Political Science (LSE) und einen Bachelor in Volkswirtschaft und Politik vom Macalester College in St. Paul, Minnesota. Khan arbeitet in London.

Robert Lind ist Volkswirt bei der Capital Group. Er hat 33 Jahre. Branchenerfahrung, davon vier Jahre bei der Capital Group. Er hat einen Bachelor in Philosophie, Politik und Volkswirtschaft (PPE) von der Universität Oxford. Lind arbeitet in London.

Richard Carlyle ist Equity Investment Director und Vehicle Portfolio Manager bei Capital Group. Er verfügt über 38 Jahre Erfahrung in der Investmentbranche und ist seit 14 Jahren bei Capital Group tätig. Bevor er zu Capital kam, war er Head of Equities bei Henderson Investors. Davor war er als Fondsmanager für Morgan Grenfell Asset Management, als Pensionsfondsmanager für British Petroleum und als Analyst für die Equity & Law Life Assurance Society tätig. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften mit Auszeichnung von der Universität Leicester. Richard lebt in London.


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