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Energie
Grüne Revolution belebt Versorger-Aktien wieder
Bobby Chada
Investmentanalyst
In Überblick
  • Die fallenden Kosten für erneuerbare Energien dürften ihren Anbietern nützen.
  • Um die Treibhausgasemissionen zu senken, ändern viele Länder ihre Energiepolitik. In den letzten Monaten hat sich hier sehr
    viel getan.
  • Viele Länder, vor allem in Europa, fördern im Rahmen der Coronahilfen auch erneuerbare Energien.

Nach drei Jahren mit einer außergewöhnlichen Performance wurden die Aktien europäischer Anbieter erneuerbarer Energien 2021 auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Dennoch bleiben die Zukunftsaussichten für grüne Energie gut, da die Energiewende weltweit Fortschritte macht.


Zuletzt litten Versorgeraktien aber unter der Sorge vor höheren Anleihenrenditen und einer steigenden Inflation. Auch fürchtet man nach dem großen Boom umweltfreundlicher Anlagen in den letzten Jahren Preisblasen. Dennoch halte ich die größten europäischen Anbieter von sauberer Energie weiterhin für fundamental attraktiv.


Saubere Energie profitiert von drei wichtigen Langfristfaktoren: von fallenden Kosten, einer neuen Energiepolitik und Konjunkturprogrammen. Ich nenne das die „grüne Dreierwette“. Hinzu kommt, dass die führenden Unternehmen, meist mit Sitz in Europa, viele Stärken haben: langfristiges Wachstumspotenzial, vielversprechende Produktpipelines, kompetente Entwicklungsteams, erhebliche Skalenvorteile sowie solide Finanzen und damit viel Kapital für Investitionen. Hinzu kommt eine ausgeprägte vertikale Integration, an der es vielen Neugründungen fehlt. Zwar halten viele Anleger grüne Energiewerte noch immer für Anleihensubstitute, doch stellen sie tatsächlich langfristiges Wachstum in Aussicht.


Fallende Kosten erneuerbarer Energien


Optimistisch bin ich vor allem deshalb, weil die Technologie für erneuerbare Energien immer billiger wird.


Schon jetzt ist grüne Energie wirtschaftlich wettbewerbsfähig. Die Kosten je Megawatt Kapazität – ob für Onshore- oder Offshore-Windkraft oder Solarenergie – fallen aber immer weiter, und das wohl noch einige Zeit.


Jedes Jahr gehen die Durchschnittskosten der grünen Energieerzeugung wohl um 10% bis 15% zurück. Nicht anders ist es bei Batterien oder grünem Wasserstoff. Bis jetzt spricht nichts dafür, dass sich der Rückgang merklich verlangsamt.


Veränderung der Lebenszykluskosten von Energie, 2010 bis 20181


Neue Technologien und das Wachstum des grünen Energiesektors dürften zu noch niedrigeren Kosten führen. Nehmen wir als Beispiel Offshore-Windenergie: Die Rotoren werden größer, die Technologie für den Bau und die Installation von Turbinen ändert sich schnell, die Lieferkette entwickelt sich weiter.


Ørsted aus Dänemark hat sich mit seiner Konstruktions-, Betriebs- und Wartungs¬kompetenz als Marktführer etabliert. Die Produktion kann aber noch sehr viel stärker rationalisiert werden, sodass die Kosten weiter fallen.


Eine große Rolle spielen Lerneffekte, denn die Branche ist noch recht jung. Die Unternehmen lernen kontinuierlich, wie sie noch effizienter arbeiten können.


Besonders im Blick behalten sollte man grünen Wasserstoff. Viele Experten sehen darin den Schlüssel für die Dekarbonisierung von Branchen wie Stahl und Schifffahrt. Noch ist es teuer, ohne Einsatz fossiler Brennstoffe Wasserstoff zu gewinnen, doch scheint dies die nächste große Technologie für die Energiewende zu sein.


Angesichts der fallenden Herstellungskosten von grünem Wasserstoff und der generellen Kostenentwicklung der grünen Energieerzeugung sehe ich hier sehr viel Potenzial. In den nächsten fünf bis zehn Jahren könnten die Kosten um bis zu drei Viertel zurückgehen. So war es in den letzten gut zehn Jahren auch bei Solar- und Onshore-Windenergie.


1. Quellen: UN-Umweltprogramm, International Renewable Energy Agency


 


Risikofaktoren, die vor einer Anlage zu beachten sind:

  • Diese Präsentation ist keine Investmentberatung oder persönliche Empfehlung.
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  • Je nach Strategie können Risiken bei Investitionen in festverzinslichen Wertpapieren, Derivate, Emerging Markets und/oder High-Yield-Anleihen auftreten. Emerging-Market-Anlagen sind volatil und ggf. auch illiquide.


Bobby Chada ist Aktienanalyst bei der Capital Group mit den Schwerpunkten europäische Versorger und Medizintechnikunternehmen. Er hat einen Bachelor in Finanzen und Rechnungswesen von der University of Edinburgh. Chada arbeitet in London.


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