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Emerging-Market-Anleihen: Ausblick 2022
Kirstie Spence
Portfolio-Manager für Anleihen
IM ÜBERBLICK
  • In den Emerging Markets bleibt die Inflation recht hoch; nach wie vor bestehen Risiken, die aber handhabbar sind. Der Inflationsschock in den Emerging Markets ist zu einem großen Teil auf die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise zurückzuführen. Eine Nomalisierung der Lieferketten und der Basiseffekte dürften Abhilfe schaffen.
  • Das Weltwirtschaftswachstum lässt nach (obgleich es über dem Trendwachstum liegt); in einigen Emerging Markets dürfte die Konjunktur 2022 wieder anziehen.
  • Haushaltssalden und Außenhandelsbilanzen sind auf einem überschaubaren Niveau
  • Im Vergleich zu den Industrieländern bieten die Emerging Markets jetzt einen erheblichen Realzinsaufschlag; Bewertungschancen lassen sich vor allem am Markt für Emerging-Market-Lokalwährungsanleihen finden.

1. Die Inflation ist gestiegen, blieb aber im Vergleich zu den Industrieländern unter Kontrolle.


Die höhere Inflation und bisweilen auch steigende Inflationserwartungen waren dieses Jahr ein großes Thema – nicht nur in den Industrieländern, sondern auch in den Emerging Markets Zugleich waren Geld- und Fiskalpolitik weltweit in Reaktion auf die anhaltende Pandemie sehr expansiv.


Für den Inflationsanstieg gibt es viele Gründe. Dazu zählen Basiseffekte nach dem Coronaschock, Lieferengpässe, hohe Rohstoffpreise, bisweilen schwache Währungen und die Erholung der Binnennachfrage. Die Basiseffekte fallen nach und nach aus der Berechnung, und wenn die Lieferengpässe in den Emerging Markets nachlassen, dürfte die Inflation wieder zurückgehen. Der Zeitpunkt ist aber schwer vorherzusagen.


In den Emerging Markets sind die Nahrungsmittelpreise gestiegen.

Stand 31. Oktober 2020. FAO: Food and Agriculture Organisation of the United Nations Quellen: United Nations, Reuters/Refinitiv, Bloomberg, Berechnungen der Capital Group.

In den Emerging Markets haben Nahrungsmittel einen wesentlich größeren Anteil am Warenkorb als in den Industrieländern. Angebotsschocks, weltweite wie lokale, dürften das Preisniveau daher stärker beeinflussen. Viele Preistreiber sind aber wohl nicht von Dauer. Die Nahrungsmittelpreisinflation dürfte sich stabilisieren, wenn die Kontaktbeschränkungen in den Emerging Markets weiter gelockert werden. Die langfristigen Auswirkungen des Wetters und der Energiepreise auf den Nahrungsmittelmarkt sind aber ebenfalls wichtig.


Im Vergleich zu den Industrieländern haben Nahrungsmittel an dem für die Verbraucherpreisinflation in den Emerging Markets relevanten Warenkorb einen größeren Anteil.

Stand 31. Dezember 2019. CPI: Verbraucherpreisindex Quellen: CEIC, Reuters, Haver und UBS.

Die Energiepreisentwicklung ist für die Emerging Markets oft besonders wichtig, auch wenn sich die Auswirkungen auf die Verbraucherpreisinflation unterscheiden. Die Ölpreise haben sich in diesem Jahr erholt, aufgrund von Angebots- und Nachfragefaktoren. Die Nachfrage hat deutlich angezogen, während sich das Angebot noch immer in Grenzen hält. Die Preise passen jetzt aber wieder besser zu den Fundamentaldaten. Für die nächsten 12 bis 24 Monate ist zumindest eine gewisse Stabilität zu erwarten, da bei höheren Preisen das Angebot steigt und die Nachfrage sinkt Auch die Basiseffekte durch den jüngsten Anstieg dürften nächstes Jahr auslaufen, was die Energiepreisinflation wohl ebenfalls dämpft.


Währungsabwertungen können die Inflation in den Emerging Markets durchaus kräftig steigen lassen, vor allem in stark importabhängigen Ländern. Jegliche Währungsschwäche führt hier zu einem stärkeren Preisauftrieb. Nach unsere Modellen sind Emerging-Market-Währungen jetzt fast zu günstig wie seit sehr langer Zeit nicht mehr. Zum Teil ist das auf das nachlassende Wachstum und die Staatsfinanzen zurückzuführen. In den nächsten Jahren dürften sich Emerging-Market-Währungen stabilisieren.


Die Bruttoinlandsprodukte der Emerging Markets sind während der Pandemie stark zurückgegangen, was wiederum zu großen Output-Lücken geführt hat. Außerdem erholen sich die Schwellenländer langsamer als die Industriestaaten (wie die unten stehende Abbildung zeigt, ist der Einkaufsmanagerindex in den Industrieländern ist erheblich besser als in den Emerging Markets), was zum Teil auch auf die geringeren staatlichen Coronahilfsprogramme zurückzuführen ist. Eine schwache Erholung der Wirtschaft geht in der Regel mit konjunkturbedingt niedrigeren Inflationsraten einher.


Die Geldpolitik spielt eine wichtige Rolle für die längerfristige Inflationsdynamik, insbesondere für die Inflationserwartungen. Im Durchschnitt haben die Zentralbanken der Emerging-Markets ihre Leitzinsen aktiver erhöht als die Zentralbanken der Industrieländer – trotz der schwachen Binnenwirtschaft. Restriktivere Finanzbedingungen im Inland dürfte dazu beitragen, die Inflation zu bekämpfen, weil damit die Inlandsnachfrage gebremst und eine Abwertung der Währung verhindert wird.


 


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  • Je nach Strategie können dazu auch die Risiken von Anleihen, Emerging-Market-Titeln und/oder High-Yield-Anleihen zählen. Emerging-Market-Anlagen sind volatil und ggf. auch illiquide.


Kirstie Spence ist Portfoliomanagerin für Anleihen mit Spezialisierung auf, Schwellenländer. Sie verfügt über 23 Jahre Anlageerfahrung und hat einen Master-Abschluss mit Auszeichnung in Deutsch und internationalen Beziehungen von der University of St. Andrews, Schottland


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