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Investmentperspektiven der Capital Group

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Was kommt nach der Pandemie? Investieren nach COVID-19
Noriko Chen
Aktienportfoliomanagerin
Mike Gitlin
Leiter Anleihen
Robert Lind
Volkswirt
Darrell Spence
Volkswirt
Im Überblick
  • Corona wird uns noch einige Zeit begleiten. Achten Sie auf interessante Einzelwerte.
  • Die beispiellos expansive Geld- und Fiskalpolitik verlangt nach einem ausgewogenen Portfolio.
  • Mit dem Ende der Coronakrise dürfte die Inflation eine Zeit lang höher ausfallen.

Lesen Sie, was einige unserer Portfoliomanager und Volkswirte dieses Jahr und danach von den Aktien- und Anleihenmärkten erwarten – und mit welchen langfristigen Folgen der Coronakrise für Wirtschaft und Märkte zu rechnen ist.


Die Sicht einer Aktienportfoliomanagerin: Noriko Chen


Ein Wendepunkt auf dem Weg zur Normalisierung


Für 2021 bin ich optimistisch, angefangen mit Corona. Die weltweiten Impfkampagnen sind beeindruckend. In kürzester Zeit wurden mehrere Impfstoffe entwickelt, die gut vor dem Virus schützen.


Gegen manche Mutationen mögen sie zwar weniger gut wirken, aber sie scheinen noch immer effektiv genug, um schwere Verläufe und Todesfälle zu verhindern. Die meisten Impfstoffhersteller, mit denen wir gesprochen haben, gehen davon aus, dass sie auch Wirkverstärker herstellen können, sogenannte Booster-Impfungen, die auch bei Mutationen nützen. Je mehr Menschen geimpft sind, desto besser werden wir wohl mit Corona zurechtkommen. Die wirtschaftlichen Folgen dürften dann nachlassen.


All dies stimmt mich optimistisch, dass wir bei der Normalisierung einen Wendepunkt erreicht haben. Weltweit erlebten wir letztes Jahr eine der schnellsten Baissen der Geschichte, und jetzt sehen wir überall Zeichen der Erholung. Die koordinierten Konjunkturprogramme und die niedrigen Zinsen hatten entscheidenden Anteil daran, und dieses Jahr dürfte auch das BIP wieder stärker wachsen. Zwar fürchtet man durchaus, dass sich die Wirtschaft überhitzt, doch solange die Fed Kurs hält und die Löhne nicht zu stark steigen, bleibe ich bei meiner Strategie.


Dennoch achte ich genau auf größere Ausschläge an den Anleihenmärkten, eine stärkere Verflachung der Zinsstrukturkurve oder unerwartet starke Zinserhöhungen (auf 3%). All dies wären Gründe zur Sorge. Die jüngste Marktreaktion kommt für mich aber nicht überraschend, da die Erholung oft schon in den Kursen berücksichtigt war.


Bewertungen sind stets wichtig


Meine Kollegen und ich diskutieren zurzeit intensiv über die Bewertungen von Aktien. In den Kursen mancher Technologieunternehmen ist schon jetzt ein mehrjähriger Gewinnanstieg berücksichtigt. Entsprechend wählerisch sind wir daher bei unseren Einzelwertentscheidungen: Manche Überflieger der letzten Zeit habe ich bereits niedriger gewichtet. Ihr Unternehmenswert (EV) beträgt das Zwölffache der erwarteten Umsätze im Geschäftsjahr 2024. Früher hielt man einen Quotienten von vier bis fünf noch für akzeptabel, später dann einen von sieben. Irgendwann waren es zwölf. Ich halte einige Kennziffern für viel zu hoch.


Aus meiner Sicht gibt es selbst im Technologiebereich viele attraktive Unternehmen, die keineswegs zu teuer sind. Noch immer orientieren sich viele Bewertungen an den Gewinnen statt an den Umsätzen. Und natürlich gibt es auch Firmen, die davon profitieren, wenn die Welt Corona hinter sich lässt. Ich denke etwa an Flugzeughersteller, Kreuzfahrtanbieter, den Rohstoffsektor, Hotels und Buchungsportale. Hier stocken wir unsere Positionen auf. Auch internationale Konsumgebrauchsgüterkonzerne scheinen mir interessant. Auch sie dürften von der Normalisierung profitieren.


Renaissance von Medizintechnik und Biotechnologie


In fast allen Sektoren spürt man die Auswirkungen neuer Technologien und Innovationen. Der enorme Anstieg der Rechenleistung hat alles verändert, ermöglichte er doch die Verarbeitung von sehr viel mehr Daten und Informationen. Datenanalysen und maschinelles Lernen haben viele Prozesse extrem beschleunigt. Wenn Anwendungen in die Cloud verlagert werden, werden wir sehr viel flexibler und schneller. So wurden im Gesundheitssektor sehr viel mehr Patente auf Medikamente angemeldet. Die Entwicklung eines Medikaments kostet heute 1 bis 2 Milliarden US-Dollar, was nicht wenig ist. Wenn wir die Kosten durch die Verarbeitung größerer Datenmengen deutlich senken können, wäre viel gewonnen. Und wenn dann noch neue Analyseverfahren wie die DNA-Sequenzierung einzelner Zellen hinzukommen, können neue Medikamente sehr viel schneller entwickelt werden. Die Kosten würden sinken, und man könnte sehr viel früher mit klinischen Tests beginnen. Pharmaunternehmen könnten dann bei niedrigeren Medikamentenpreisen genauso viel verdienen wie bisher.


Risikofaktoren, die vor einer Anlage zu beachten sind:

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  • Je nach Strategie können Risiken bei Investitionen in festverzinslichen Wertpapieren, Derivate, Emerging Markets und/oder High-Yield-Anleihen auftreten. Emerging-Market-Anlagen sind volatil und ggf. auch illiquide.

 



Noriko Chen ist Aktienportfoliomanagerin bei der Capital Group und Mitglied des Management Committee. Sie hat 30 Jahre Investmenterfahrung, davon 22 Jahre bei der Capital Group. Sie hat einen Bachelor in Volkswirtschaft vom Williams College und hat das japanische Sprach- und Kulturprogramm (Bekka) an der KeiōUniversität in Tokio abgeschlossen. Chen arbeitet in San Francisco

Mike Gitlin ist Partner bei Capital Fixed Income Investors, einem Teil der Capital Group. Seine wichtigste Aufgabe ist die Leitung der Anleihensparte. Er ist Vorsitzender des Fixed Income Management Committee und Mitglied des Management  Committee der Capital Group. Er hat 27 Jahre Investmenterfahrung, davon sechs Jahre bei der Capital Group. Gitlin hat einen Bachelor von der Colgate University und arbeitet in Los Angeles.

Robert Lind ist Volkswirt bei der Capital Group. Er hat 33 Jahre. Branchenerfahrung, davon vier Jahre bei der Capital Group. Er hat einen Bachelor in Philosophie, Politik und Volkswirtschaft (PPE) von der Universität Oxford. Lind arbeitet in London.

Darrell Spence ist Volkswirt bei der Capital Group. Er hat 28 Jahre Investmenterfahrung, alle in unserem Unternehmen. Er hat einen Bachelor in Volkswirtschaft vom Occidental College. Außerdem ist er Chartered Financial Analyst® (CFA) und Mitglied der National Association for Business Economics. Spence arbeitet in Los Angeles.


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