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Wird die neue Geldpolitik der Fed die Inflation steigen lassen?
Tim Ng
Portfoliomanager für festverzinsliche Anlagen
Im Überblick
  • Da die Fed jetzt eine höhere Inflation akzeptiert, könnten die Leitzinsen noch lange niedrig bleiben.
  • Die expansive Geldpolitik und der schwache Arbeitsmarkt dürften für niedrige Anleihenrenditen sorgen.
  • Langfristig dürfte die Inflation eher steigen als fallen.

Im Januar bestätigte die Fed, dass sie im Rahmen ihrer neuen Geldpolitik noch  länger auf niedrige Zinsen setzen will. Mit ihrem Konzept einer „umfassenden und diskriminierungsfreien“ Vollbeschäftigung bei durchschnittlich 2% Inflation stellte sie allenfalls noch einmal klar, wann eine Straffung der Geldpolitik möglich scheint. Nach der Sitzung betonte Fed-Chairman Jerome Powell, wie wichtig „echte Fortschritte“ bei der Erreichung der beiden Ziele seien. Erst  danach würde man über eine Anpassung der Geldpolitik nachdenken.


Lesen Sie, wie ich Inflationserwartungen und US-Staatsanleihenrenditen kurzund mittelfristig einschätze.


Die Inflation könnte vorübergehend steigen


Nach der Lockerung der Lockdowns ist die Verbraucherpreisinflation wieder gestiegen. Noch ist sie aber niedriger als vor Corona. Ich rechne damit, dass die Kernrate des PCE-Preisindex, des bevorzugten Inflationsmaßes der Fed, im Frühjahr kurzfristig über 2% steigt. Zum Jahresende dürfte sie aber wieder zurückgehen, da dann die niedrigen 2020er-Zahlen aus der Berechnung herausfallen. Wenn die Wirtschaft wieder arbeitet und sich die Konjunktur erholt, könnte die Inflation erneut kurzfristig steigen.


Viele Haushalte haben in den letzten zwölf Monaten viel gespart. Dieser  Konsumstau könnte zu einer höheren Nachfrage führen, vor allem, wenn wieder mehr Dienstleistungen in Anspruch genommen werden können. Das dürfte aber nicht von Dauer sein – es sei denn, die Wirtschaft erholt sich nachhaltig.


Höhere Ersparnisse der Haushalte könnten zu einem Ausgabeboom führen


Die expansive Geldpolitik und der schwache Arbeitsmarkt dürften für anhaltend niedrige Renditen sorgen


Durch die flächendeckenden Impfungen und das neue Konjunkturpaket verbessert sich der Konjunkturausblick weiter. Und doch dürfte die USGeldpolitik noch lange expansiv bleiben und auf absehbare Zeit für niedrige Anleihenrenditen sorgen. Dafür gibt es mehrere Gründe:


„Reaktivere“ Geldpolitik: Ein Jahr lang hat die Fed ihr Konzept überprüft. Demnächst will sie ihre Konjunkturziele weniger „proaktiv“ ansteuern, sondern „reaktiver“ werden. In seinen aktuellen Reden hat Powell die Bedeutung von Modellen wie der Phillips-Kurve heruntergespielt; die postulierten Wirkungszusammenhänge seien unsicher und ungenau. Die Phillips-Kurve geht von einem stabilen inversen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosenquote aus. Außerdem betont Powell, dass die Geldpolitik erst dann geändert werden sollte, wenn die Konjunkturdaten die gewünschten Fortschritte auch wirklich gemacht haben. Eine Lehre aus dem letzten Zinszyklus ist, dass die Modellgläubigkeit der Fed zu viel zu frühen Zinserhöhungen geführt hat – wegen der Angst vor einer Inflation, die niemals kam. Ab Dezember 2016 hat die Notenbank die Zinsen zwei Jahre lang angehoben, um insgesamt 200 Basispunkte. Dann musste sie sich korrigieren und die Zinsen 2019 dreimal senken.

1. Quelle: US Bureau of Economic Analysis, über FRED, Federal Reserve Bank of St. Louis. Saisonbereinigte Jahresrate. Stand Dezember 2020.

 


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Tim Ng ist ein Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere mit 15 Jahren Branchenerfahrung. Er erwarb einen Bachelor-Abschluss mit Auszeichnung in Informatik an der University of Waterloo, Ontario.


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